Protokoll

Damit Kommunikationspartner überhaupt miteinander kommunizieren können, müssen sie bestimmte Vereinbarungen und Regeln einhalten. Diese Regeln sind die Protokolle. Ein einzelnes Protokoll arbeitet immer einen bestimmten Funktionsbereich ab, der bei der Datenkommunikation der Funktionalität einer Schicht des OSI-Referenzmodells entsprechen kann.


Was die Kommunikation betrifft, so gibt es für die Vermittlungsschicht die Netzwerkprotokolle, für die Transportschicht die Transportprotokolle und für die Anwendungsschicht die Anwendungsprotokolle, wie beispielsweise die File-Transfer- und E-Mail-Protokolle. Darüber hinaus gibt es Routing-Protokolle und Gateway-Protokolle für das Internetworking und Sicherheitsprotokolle für die Verschlüsselung, Authentisierung und Authentifizierung. Protokolle der unteren Schichten des OSI-Referenzmodells werden als Zugangsverfahren bezeichnet. Sind mehrere Protokolle aufeinander abgestimmt und unterstützen mehrere Funktionalitäten, spricht man von einem Protokollstack.

Das Protokoll in der Datenübertragung

Ein Datenübertragungsprotokoll legt die Regeln in der Form eines Verzeichnisses fest. Darin sind alle Formate enthalten, deren Semantik und Syntax, Parameter und Eigenschaften eine vollständige, fehlerfreie und effektive Datenübertragung ermöglichen. Protokolle beinhalten Übereinkünfte über Datenformate, Zeitabläufe und Fehlerbehandlung beim Datenaustausch zwischen Computern. Bei einer Datenverbindung sind unterschiedliche Protokolle notwendig.

Protokollwelten

Protokollwelten

Zu Beginn der Rechnerkommunikation haben sich, bedingt durch die proprietären Lösungen für Netzwerkarchitekturen und wegen der fehlenden allgemeingültigen Konventionen, herstellerspezifische Protokollfamilien gebildet. Die bekanntesten Protokollfamilien sind in SNA zu finden, im DECnet, unter NetBIOS, Vines, Netware, AppleTalk und LAN-Manager. Neben den herstellerspezifischen Protokollen haben sich im Laufe der 80er Jahre Protokolle mit herstellerübergreifendem Charakter durchsetzen können. Die Dokumente für diese Protokolle wurden allgemein zugänglich und fanden dadurch eine entsprechende Verbreitung. Die bekanntesten Protokolle dieser Gruppe sind die XNS-Protokolle von Rank Xerox und die TCP/IP-Protokolle, initiiert vom amerikanischen Verteidigungsministerium ( DoD-Protokolle). Parallel zu dieser Entwicklung wurden von der internationalen Standardisierungs-Organisation (ISO) die OSI-Protokolle als herstellerübergreifende Protokolle definiert. Diese konnten sich allerdings aufgrund der Vielfalt und Mächtigkeit ihrer Funktionalität bisher noch nicht allgemein durchsetzen.

Für die Kommunikation zwischen zwei Anwendungsprozessen wird heute allgemein das OSI-Referenzmodell mit seinen 7 Schichten zugrunde gelegt. Kommunikationsfähigkeit ( Kompatibilität) besteht stets nur unter solchen Endgeräten, für die identische Protokollebenen festgelegt sind und bei denen auf jeder Schicht die Protokolle übereinstimmen.

Protokolle können bitorientiert oder zeichenorientiert sein. Bitorientierte Kommunikationsprotokolle werden durch nichtzeichenstrukturierte Frames (Daten- und Steuerblöcke) organisiert. Zeichenorientierte Protokolle benutzen einen speziellen Characterset des Anwender-Zeichensatzes zur Frame-Begrenzung.

Der Begriff Protokoll in der objektorientierten Programmierung

In der objektorientierten Programmierung versteht man unter einem Protokoll speziell die Menge aller Nachrichten, die ein Objekt von einem anderen Objekt empfangen und verarbeiten kann, d.h. die Menge der Merkmale eines Objekts, auf die anderen Objekten Zugriffsrechte gewährt werden.

Informationen zum Artikel
Deutsch: Protokoll
Englisch: protocol
Veröffentlicht: 01.11.2013
Wörter: 440
Tags: #Protokolle
Links: Anwendungsschicht, AppleTalk-Protokoll, Authentifizierung, Computer, Datenformat