DoD-Protokoll

Das Department of Defense (DoD) hatte 1980 mangels standardisierter Protokolle eine Protokollfamilie für die offene Kommunikation ins Leben gerufen, die DoD-Protokolle. Das Architekturmodell der DoD-Protokolle enstand Mitte der 70er-Jahre und kennt nur vier Kommunikationsschichten, den Network Access Layer, den Internet-Layer, den Host-to-Host-Layer und den Process Layer. Es weicht somit stark von dem OSI-Referenzmodell ab, das erst später entwickelt wurde.


Der Network Access Layerist durch die unteren beiden Schichten des OSI-Referenzmodells repräsentiert und hat die Aufgabe, den Netzzugang zu regeln und die Daten zwischen den am Netz befindlichen Computern zu übertragen und zuzustellen. Auf der Netzzugangsschicht arbeiten als bekannte Protokolle Etherent mit dem Zugangsverfahren CSMA/CD und Token Passing, NetBIOS, Serial Lines, Hyperchannel und FDDI.

Die vier Schichten der DoD-Protokollstruktur

Die vier Schichten der DoD-Protokollstruktur

Auf der nächst höheren Schicht, dem Internet Layer, die funktional der Schicht drei des OSI-Referenzmodells entspricht, ist als bekanntestes Protokoll das IP-Protokoll zu nennen. Darüber hinaus das Address Resolution Protocol (ARP), Reverse Address Resolution Protocol (RARP) und das Internet Control Message Protocol (ICMP). Als Routing-Protokolle befinden sich auf dem Internet Layer das Exterior Gateway Protocol (EGP), das Routing Information Protocol (RIP) und Open Shortest Path First (OSPF). Die Aufgabe dieser Schicht besteht in der gezielten Zustellung der Daten in einem Netzwerk mit oder ohne angeschlossene Subnetze. Das IP-Protokoll muss die Verbindung zwischen und innerhalb der Netze sicherstellen, es muss die Daten zwischen den Quell- und Zielstationen zustellen und es muss bei Subnetzen das Routing vornehmen.

Die Transportschicht für Ende-zu-Ende-Verbindungen wird von dem Transmission Control Protocol (TCP) und dem User Datagram Protocol (UDP) unterstützt. Auf dieser Schicht wird eine fehlergesicherte Transportverbindung aufgebaut mit Flusskontrolle, Verbindungsüberwachung, Fehlerbehandlung und der Möglichkeit der Mehrfachnutzung durch Multiplexing.

Die Applikationsprotokolle sind auf dem Process Layer angesiedelt und entsprechen den OSI-Schichten 5 bis 7. Aus einer Vielzahl von Protokollen, die auf diesen Schichten angesiedelt sind, kommen folgende Anwendungen am häufigsten zum Einsatz: Der Filetransfer mit dem File Transfer Protocol (FTP), Telnet als virtuellen Terminalzugriff, das Simple Mail Transfer Protocol (SMTP) für die elektronische Post, das Remote Login (rlogin) und das Network File System (NFS). Ein weiterer korrelierter Standard ist das SNMP-Protokoll, das das Netzwerkmanagement unterstützt.

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