MPEG-2

Der 1994 verabschiedete MPEG-Standard MPEG-2 eignet sich für die Übertragung von Bewegtbild in Standard-Fernsehqualität und Studioqualität mit mehreren Tonkanälen. Diese Fernsehstandards sind im ITU-Dateiformat BT.601 spezifiziert. MPEG-2 baut auf MPEG-1 auf und berücksichtigt das Zeilensprungverfahren. Von der Auflösung her reicht der Videoteil von MPEG-2 von niedriger Fernsehqualität, Low Definition Television (LDTV), über die Standard-Fernsehqualität, Standard Definition Television (SDTV), bis hin zu hochauflösendem Fernsehen (HDTV).


Die Profile von MPEG-2

MPEG-2 verfügt über mehrere Profile, von denen einige skalierbar sind; das bedeutet, dass aus vorhandenen Video-Datenströmen Videosequenzen mit unterschiedlicher Bildqualität erzeugt werden können. Die verschiedenen Profile repräsentieren Videodarstellungen mit Auflösungen zwischen 352 x 288 (Low), 720 x 576 (Main) und HDTV mit 1.440 x 1.152 bzw. 1.920 x 1.152 (High) Pixeln bei einem Bildseitenverhältnis von 16:9. Um Studio-Aufnahmen in hoher Qualität komprimieren zu können, verfügt MPEG-2 mit dem 422-Profile über ein Farb-Subsampling von 4:2:2.

Profile und Levels von MPEG-2

Profile und Levels von MPEG-2

Das Main-Profile und der Main-Level gehören zu den verbreiteten Profilen, die vor allem in der DVDs und in Digital-TV eingesetzt werden. Das High-Profile zielt in Kombination mit dem High-Level auf HDTV ab. Die resultierenden Datenraten liegen zwischen 4 Mbit/s und 166 Mbit/s und werden um Faktoren zwischen 10:1 und 40:1 komprimiert, so dass im Falle des 166-Mbit/s-Stromes ein MPEG-2-Strom von 4 Mbits entsteht.

MPEG-2 und Audio

MPEG-2 unterstützt korrespondierende Audiosequenzen, die vor der Übertragung gemultiplext und anschließend als Transportstrom übertragen und mit den Videosequenzen synchronisiert werden. MPEG-2-Audio ist kompatibel zu MPEG-1-Audio und bietet zusätzlich noch AAC-Kompression.

Datenpaket des MPEG-2-Transportstroms

Datenpaket des MPEG-2-Transportstroms

MPEG-2-Audio ist wie MPEG-1-Audio auf die verlustbehaftete Kompression von qualitativ hochwertigen Audiosignalen optimiert. Neben den auch in MPEG-1-Audio verwendeten Abtastraten von 32 kHz, 44,1 kHz und 48 kHz sind bei MPEG-2-Audio auch Abtastraten von 8 kHz, 11 kHz, 16 kHz, 22 kHz, 24 kHz und 96 kHz möglich, die in der Sprachkompression in ISDN, bei G.721 oder in der Online-Distribution, der Kino- und Audio-Studiotechnik eingesetzt werden.

MPEG-2-Audio unterstützt HDTV, Digital Theatre Sound (DTS) und Dolby-Digital mit bis zu 7 Tonkanälen und Tieftonkanal (7.1) mit Tiefenanhebung (LFE). Die Kanalcodierung ist sehr flexibel, wobei bis zu 48 Tonkanäle zu einem Raumklang kombiniert werden können. Zusätzlich zu den Möglichkeiten von MPEG-1-Audio - Mono (1.0), Stereo (2.0) und Joint-Stereo - bietet MPEG-2 Intensity Stereo Coding (ISC), Phantom Coding of Center Channel (PCC), Dynamic Transmission Channel Switching, Dynamic Cross Talk und Adaptive Multichannel Prediction.

MPEG-2 ist auch für Client-Server-Anwendungen ausgelegt und kann über heterogene Netze verteilt werden. MPEG-2 ist die Basistechnologie für DVDs; es wird aber auch in Digital Video Broadcasting (DVB) eingesetzt und in Settop-Boxen.

Durch die Erweiterung der MPEG-2-Spezifikationen hin zu HDTV, konnte MPEG-3, das ursprünglich für hochauflösendes Fernsehen (HDTV) konzipiert wurde, zugunsten MPEG-2 aufgegeben werden.

Informationen zum Artikel
Deutsch: MPEG-2
Englisch: MPEG-2
Veröffentlicht: 21.11.2014
Wörter: 462
Tags: #Video-Dateien #Videokompression
Links: 576 Zeilen, 720 Zeilen, AAC (advanced audio coding), Abtastrate, Auflösung