Videokonferenz

Videokonferenz-Systeme sind Systeme bei denen eine Teilnehmergruppe mit einer zweiten, entfernten Teilnehmergruppe in Echtzeit visuell und sprachlich kommuniziert. Neben der Videokonferenz können auch Darstellungen auf Whiteboards und Dokumente oder Bewegtbilddarstellungen übertragen werden. Allerdings ist diese Übertragung aufwändiger als bei Webkonferenzen.


Bei der Echtzeit-Video-Übertragung werden die Videosignale, ebenso wie die Sprachsignale, digitalisiert, komprimiert und dann zwischen zwei oder mehreren Konferenzräumen gleichzeitig übertragen. Für Videokonferenzen gibt es speziell ausgestattete Räume. In der Regel hat ein solcher Raum einen Konferenztisch für die Teilnehmer, Videokameras für die Aufnahme und Displays auf denen die andere Konferenzgruppe dargestellt wird. Bei diesen Systemen erfolgt die Übertragung über Hochgeschwindigkeitsverbindungen und bei interkontinentalen Verbindungen über Satelliten.

#2 Neben der Videokonferenz mit Punkt-zu-Punkt-Verbindung zwischen zwei Teilnehmern, gibt es noch die Telepräsenz über Personal Computer und die Multipoint-Videokonferenz zwischen mehreren Teilnehmern. Dieses Konzept arbeitet mit einer Multipoint Control Unit (MCU), die die Videosignale relativ aufwendig umsetzt.

Durch Videokonferenzen kann die Produktivität der Mitarbeiter erhöht und die Kommunikation und Interaktion von Kollegen, Kunden, Zulieferern und Geschäftspartnern verbessert werden. Projektzeiten können verkürzt, die Zeit am Arbeitsplatz erhöht und die Kosten für Geschäftsreisen reduziert werden.

In Verbindung mit der Übertragung von Streaming-Media, komprimierten Bilddateien und Tondateien über IP-basierte Netze, hat die internationale Fernmeldeunion (ITU) seit 1990 Empfehlungen für Videokonferenzen verabschiedet, die die unterschiedlichen Netze, Verbindungsarten, Schnittstellen und Medien einschließen. Alle Videokonferenzen arbeiten mit Videokompression nach H.264/ AVC. Für die Übertragung hat die ITU drei übergeordnete Standards definiert: H.320 Videokonferenzen über öffentliche digitale Telefonnetze, H.323 für multimediale Anwendungen und H.324 für die Übertragung über über öffentliche analoge Telefonnetze (POTS).

Videokonferenz-Standards der ITU

Videokonferenz-Standards der ITU

Videokonferenz-Standards: H.320: In H.320 geht es um die Übertragung von Videokonferenzen über ISDN.

H.321: In H.321 wird die Verwendung für ISDN-B-Kanäle spezifiziert.

H.322: H.322 beschreibt die Codierungen und Übertragungsmechanismen für Videokonferenzen über ATM und Ethernet mit Dienstgüte (QoS).

H.323: In H.323 werden die Funktionen zur Übertragung von Audio, Video und Datenströmen über LANs ohne Dienstgüte (QoS) beschrieben

H.324: H.324 definiert die Standards für die Übertragung von Audio, Video und Datenströmen über das normale Fernsprechnetz (POTS) mit niedriger Bandbreite

T.120: Protokolle zum Datenaustausch in Multimedia-Konferenzen

G.711: Digitalisierung von Audiodaten in Fernsprechqualität von 3,1 kHz mit einer Datenrate von 56 kbit/s

G.723.1/G.729: G.723 behandelt einen Algorithmus für die Übertragung von Sprache. Der Kompressionsfaktor für die Daten beträgt 10.

Neben den ITU-Empfehlungen gibt es mit Video-as-a-Service (VaaS) einen Cloud-Dienst für Videokonferenzen, durch den Unternehmen die Zusammenarbeit mit Mitarbeitern und Kunden unterstützen. Des Weiteren existiert mit Computer Supported Cooperative Work (CSCW) ein PC-basiertes Verfahren für das kooperative Arbeiten, das allerdings gewisse Einschränkungen aufweist. Die Weiterentwicklung der Videokonferenz führt zur Telepresence mit virtuell anwesenden Teilnehmern.

Informationen zum Artikel
Deutsch: Videokonferenz
Englisch: video conference service - VCS
Veröffentlicht: 19.12.2020
Wörter: 475
Tags: Online-Dienste Tk-Videodienste
Links: Algorithmus, Analog, ATM (asynchronous transfer mode), Audio, AVC (automatic volume control)