Schnittstelle

Eine Schnittstelle, Interface (I/F), ist ein definierter Übergang zwischen Datenübertragungseinrichtungen, Hardwarekomponenten, logischen Softwareeinheiten oder zwischen Mensch und Computer. Schnittstellen werden den vielfältigsten Anforderungen und Anwendungen gerecht: den elektrischen und physikalischen, den Übertragungsmodi, -protokollen und -betriebsarten.


Übertragungsschnittstellen eignen sich für Punkt-zu-Punkt-Verbindungen oder Mehrpunktverbindungen und sind für private oder öffentliche Netzwerke ausgelegt.

Die Schnittstelle als Netz- und Teilnehmerübergang

Als Netz- und Teilnehmer-Übergang definiert die Schnittstelle die physikalischen Eigenschaften der Schnittstellenleitungen sowie die auf den Schnittstellen ausgetauschten Signale und deren Funktionalität.

Durch die Schnittstelle werden technische Funktionen und/oder administrative Zuständigkeiten bei Geräten und Netzen voneinander abgegrenzt. Jede Netzwerkarchitektur, egal ob lokales Netz (LAN), Stadtnetz (MAN), Weitverkehrsnetz (WAN) oder Anschlussnetz (AN) und jedes Netzkonzept, ob paket-, zellen- oder leitungsorientiert, ob analog oder digital, ob drahtgebunden oder funkbasierend, hat eigene Netz- und Teilnehmerschnittstellen wie beispielsweise die ISDN-Schnittstellen, die ATM-Übertragungsschnittstellen, die analogen Netzschnittstellen oder die Luftschnittstellen.

Die Normung, abgefasst von internationalen und nationalen Gremien, umfasst die elektrischen Signale auf den Schnittstellenleitungen, die Betriebsweise, d.h. die zeitliche Aufeinanderfolge der Signale, und die Bedeutung. Die bekanntesten Normen stammen in den USA von der Electronics Industry Association (EIA), dazu gehören die Recommended Standards (RS); in Europa sind es die Standards der internationalen Fernmeldeunion (ITU). Die netzinternen Schnittstellen der Telekommunikationsnetze fallen unter die Hoheit der Netzbetreiber und sind im Normalfall für den Anwender nicht zugänglich.

Schnittstellen der Computer- und PC-Technik

In der Computer- und PC-Technik handelt es sich bei Schnittstellen um interne Bus-Schnittstellen zwischen der Zentraleinheit (CPU) und den Boards, Funktions- und Speichereinheiten oder um Schnittstellen für den direkten Anschluss von externen Peripheriegeräten. Diese unterscheiden sich wiederum in Analog- und Digital-Schnittstellen.

Zu den Bus-Schnittstellen gehören u.a. das Small Computer System Interface (SCSI), Serial Attached SCSI (SAS), dem PCI-Bus, Direct Memory Access (DMA) und Ultra-DMA sowie Advanced Technology Attachment (ATA). Die verschiedenen Schnittstellen werden dem gestiegenen Bedarf an hohen Transferraten und simpler Steckertechnik gerecht. Die Spezifikation einer Schnittstelle enthält Informationen über Übertragungsgeschwindigkeiten, Übertragungsverfahren, der Anzahl an Schnittstellenleitungen, dem Stecker, der Buchse oder Steckerleiste und deren Belegung.

PC-Schnittstellen

PC-Schnittstellen

Was die externen Peripherie-Schnittstellen betrifft, so gibt es die klassische analoge VGA-Schnittstelle sowie diverse analoge Video-Schnittstellen und die modernen digitalen Schnittstellen wie IEEE 1394, Firewire und die USB-Schnittstelle mit Datenraten bis 5 Gbit/s, sowie diverse Display-Schnittstellen wie Digital Flat Panel (DFP), Digital Visual Interface (DVI), DisplayPort, die HDMI-Schnittstelle und die MHL-Schnittstelle sowie einige weitere mit Datenraten von bis zu 25 Gbit/s.

Die Digital-Schnittstellen arbeiten mit speziellen Übertragungsverfahren wie Transition Minimized Differential Signalling (TMDS), Low Voltage Differential Signalling (LVDS) oder V-by-One HS.

Software-Schnittstellen

Neben den Hardware-Schnittstellen gibt es noch die Softwareschnittstellen, mit denen der Übergang von einem Programm auf ein anderes realisiert wird.

Informationen zum Artikel
Deutsch: Schnittstelle
Englisch: interface - I/F
Veröffentlicht: 05.06.2018
Wörter: 448
Tags: #Datenkommunikations-Schnittstellen #Schnittstellen
Links: Analog, Anschluss, ATA (advanced technology attachment), ATM-Übertragungsschnittstelle, Computer