Telepräsenz

Telepräsenz und virtuelle Präsenz unterscheiden sich darin, dass bei der Telepräsenz die Menschen virtuell an realen Orten präsent sind, bei der virtuellen Präsenz wird dagegen eine virtueller Raum genutzt. Telepräsenz kann als Entwicklungsstufe von Videokonferenzen angesehen werden. Die Telepräsenz nutzt zwei unterschiedliche Techniken: einerseits die für Videokonferenzen auf Personal Computern am Arbeitsplatz in virtuellen Räumen, andererseits die für Präsentationen in gemischter Realität, Mixed Reality (MR), einer Symbiose aus Virtualität und realen Objekten und Personen.


  1. Telepräsenz auf dem Personal Computer: Während Videokonferenzen in speziell dafür ausgestatteten Räumen stattfinden, geht es bei der Telepräsenz um einzelne, kleinere Videokonferenzsysteme, die auf Personal Computern laufen. Die Voraussetzungen für eine persönliche Telepräsenz am Arbeitsplatz sind mit der Leistungsfähigkeit der heutigen Personal Computer, Laptops und Notebooks gegeben, die infrastrukturellen Voraussetzungen mit den hohen Datenübertragungsraten der Festnetze und Mobilfunknetze.

    Ein wesentlicher Unterschied gegenüber Videokonferenzsystemen liegt in der Videokompression. Während Videokonferenzsysteme H.264/AVC (Advanced Video Coding) für die Videokompression benutzen, setzen Telepräsenz-Systeme auf H.264/SVC (Scalable Video Coding). Der Vorteil dabei ist, dass jeder Teilnehmer mit einer eigenen Video- oder Webkamera erfasst und getrefnt angezeigt wird. Anstelle der Multipoint Control Units (MCU) arbeiten Telepräsenz-Systeme mit Video-Switches.

  2. Telepräsenz mit virtuellen Teilnehmern: Während sich Videokonferenzen in aller Regel auf die Sprachkommunikation mit Gesprächspartnern, den Video-Einblendungen von Konferenzteilnehmern und Dokumenten beschränken, sind bei der Telepräsenz die Gesprächsteilnehmer virtuell anwesend. Es sind also Videokonferenzen mit virtuellen Teilnehmern. Solche Meetings müssen nicht minutiös geplant werden, sondern können spontan einberufen werden. Als Darstelltechniken tritt anstelle eines oder mehrerer großflächiger Bildschirme das Hologramm. Der entscheidende Unterschied liegt in der Darstellung: Bei der Videokonferenz ist es die zweidimensionale Großbilddarstellung, bei der Telepräsenz ist es das quasi dreidimensionale realistische Hologramm, das von einem holografischen Display erzeugt wird.

    Telepresence 
   mit virtuell eingeblendeten Personen, Video von Cisco

    Telepresence mit virtuell eingeblendeten Personen, Video von Cisco

    Die Teilnehmer einer Telepräsenz sind mehr als nur auf Bildschirmen dargestellte Personen, sie sind realistische Konferenzteilnehmer, die je nach Projektionstechnik in Lebensgröße dargestellt werden können.

    Die Wiedergabetechnik, die mit mehreren großen Flachbildschirmen arbeitet, setzt natürlich eine 3D-Aufnahmetechnik voraus. Gleiches gilt für den Ton. Damit jedem Telepräsenz-Teilnehmer seine Stimme eindeutig zugeordnet werden kann, ist ein perfekter Raumklang unverzichtbar.

Informationen zum Artikel
Deutsch: Telepräsenz
Englisch: telepresence
Veröffentlicht: 16.07.2018
Wörter: 389
Tags: #Telekommunikations-Videodienste
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