Sprachkommunikation

Die traditionelle Sprachkommunikation zwischen entfernten Teilnehmern ist über das Fernsprechen seit Jahren realisiert. Diese gegenseitige akustische Verständigung von Mensch zu Mensch über größere Entfernungen, ist die meistbenutzte Telekommunikationsform. Für diese Kommunikationsform gibt es das leitungsvermittelte Fernsprechnetz, über das Sprachverbindungen zwischen zwei und mehreren Partnern hergestellt werden können.


Die Sprachkommunikation erfordert eine möglichst verzögerungsfreie Übertragung, damit der kontinuierliche Datenstrom für die Sprache beim Empfänger originalgetreu eintrifft. So ist die Verständlichkeit der übertragenen Sprache auch dann noch gegeben, wenn die Übertragung durch Aussetzer, Jitter, Verzögerungszeiten und Störeinflüsse wie Knistern oder Rauschen beeinträchtigt wird.

Die Bewertung der Sprachqualität kann objektiv und subjektiv erfolgen. Eine bekannte subjektive Bewertung ist der Mean Opinion Score (MOS). In Verbindung mit dem von der internationalen Fernmeldeunion (ITU) unter G.107 standardisierten E-Modell kann dieser auch in Simulationen bestimmt werden. Ein weiterer ITU-Standard für die Bewertung der Sprachqualität ist G.114, der auch die Paketverlustrate berücksichtigt.

ITU-Empfehlung G.114 für Verzögerungszeiten bei Sprachübertragungen

ITU-Empfehlung G.114 für Verzögerungszeiten bei Sprachübertragungen

Wichtigste Qualitätskriterien für die Übermittlung von Sprachinformationen sind die Verzögerungszeiten, Bitfehlerraten, Echos und Jitter. Da das Ohr auf Klangschwankungen und Sprachunterbrechungen sensibel reagiert, sollten die Verzögerungszeiten annähernd konstant sein. Die Sprachqualität wird durch die Verzögerung während der Übertragung nicht beeinträchtigt, es verschlechtert sich lediglich die Gesprächsqualität. Bitfehler hingegen wirken sich durch Knackgeräusche aus. Eine Bitfehlerrate von 10exp-2 macht sich ein stark störendes Prasseln bemerkbar, bei 10exp-3 löst sich das Prasseln in einer dichten Folge von Knackgeräuschen auf, die bei einer Bitfehlerrate von 10exp-4 in einzelne Knackgeräusche übergeht. Bei 10exp-5 sind nur noch einzelne Knackgeräusche hörbar und Bitfehlerraten von 10exp-6 beeinträchtigen die Sprachübertragung überhaupt nicht.

Informationen zum Artikel
Deutsch: Sprachkommunikation
Englisch: voice communications
Veröffentlicht: 21.12.2012
Wörter: 301
Tags: #Telekommunikation
Links: BER (bit error rate), Bitfehler, Datenstrom, Echo, E-Modell