Verkabelungsstandard

Für die Standardisierung von strukturierten Verkabelungen gibt es Aktivitäten und Standardisierungsentwürfe von US-amerikanischen, internationalen, europäischen und deutschen Gremien. Die Dachverbände Electronics Industry Association (EIA) und Telecommunications Industry Association (TIA) haben bereits 1985 für die USA mit der Standardisierung für eine universelle Gebäudeverkabelung begonnen, die 1991 unter dem Titel »Commercial Building Telecommunications Wiring Standard« EIA/TIA 568 veröffentlicht wurden.


Die internationalen Standardisierungs-Aktivitäten begannen 1991. 1993 lag der erste Entwurf für den internationalen Standard ISO/IEC 11801 vor, der 1995 veröffentlicht wurde. Aus diesem internationalen Standard gingen im November 1995 die europäische Norm EN 50173 und die deutsche DIN-Version 50173 hervor. Die Standards 11801 und 50173 sind weitestgehend identisch und für Deutschland relevant. Sie definieren den Geltungsbereich für anwendungsneutrale Verkabelungsstrukturen in der Geländeverkabelung, der Gebäudeverkabelung und der Etagenverkabelung.

Verkabelungsstandards

Verkabelungsstandards

Die Standards beschränken sich in den einsetzbaren Übertragungsmedium auf Lichtwellenleiter und symmetrische TP-Kabel. Die Übertragungseigenschaften für die Kabel, ebenso wie für die Anschlusstechnik, sind in so genannten Link-Klassen spezifiziert, die mit dem Wort »Class«, gefolgt von einem der Buchstaben A, B, C, D, E oder F gekennzeichnet sind.

Europäische Verkabelungs- und Komponentenstandards

Europäische Verkabelungs- und Komponentenstandards

Neben den erwähnten Standards für strukturierte Verkabelungen gibt es diverse Aktivitäten und Standardisierungsentwürfe von US-amerikanischen, internationalen und europäischen Gremien, die sich dieser Aufgabe im Detail annehmen. Für die Kabeltechnik im Kommunikationsbereich in der Internationalen elektrotechnischen Kommission (IEC) ist die Arbeitsgruppe SC46C und im Comité Européen de Normalisation Electrotechnique (CENELEC) die SC46XC zuständig. Diese Gruppen sind es auch, die die gültigen Kabelnormen im In-House-Bereich ausarbeiten und publizieren. Folgende Normen sind in der Gebäudeverkabelung auf internationaler und europäischer Ebene publiziert.

IEC 61156: Mehradrige und symmetrische paar-/viererverseilte Kabel für die digitale Nachrichtenübertragung

IEC 61156-1: Fachgrund-Spezifikationen

IEC 61156-2: Rahmenspezifikation für Etagenkabel

IEC 61156-3: Rahmenspezifikation für Geräteanschlusskabel

IEC 61156-4: Rahmenspezifikation für Verteilerkabel

Diese internationalen Dokumente spezifizieren die Datenkabel der Kategorie 3, 4 und 5 sowohl für Installationskabel und Backbone-Kabel als auch für Anschluss- und Verbindungskabel. Sie sind in ihren Anforderungen fast identisch mit den früheren europäischen Standards HD 608, EN 50167, EN 50168 und EN 50169.

EN 50288-x-x ist eine europäische Normreihe in der die Anforderungen an Kabel der Kategorien 5 bis 7 definiert sind. EN 60603-x-x ist eine europäische Normreihe in der Steckverbinder für die die Kategorien 5 bis 7 definiert sind. IEC 1156: Generic specification for multicore and symmetrical pair/quad cables for digital communication.

HD 608: Generic specification for symmetrical pair/quad or multicore cables for digital communication.

EN 50167: Sectional specification for horizontal floor wiring cables with a common overall screen for use in digital communication.

EN 50168: Sectional specification for work area wiring cables with a common overall screen for use in digital communication.

EN 50169: Sectional specification for backbone cables, riser and campus with a common overall screen for use in digital communication.

Für Token Ring-Installationen gibt es das Dokument:

ISO/IEC 12075: 1994, Information technology, customer premises cabling (CPC), planning and installation guide to support ISO/IEC 8802-5 Token ring stations.

Auf der Basis von EN 50098-1 und EN 50098-2 gibt es zwei Normen über ISDN-Verkabelung:

ISO/IEC 14709-1 1997, Information technology, configuration of customer premises cabling (CPC) for application, part 1. Integrated services digital network (ISDN) basic access.

ISO/IEC 14709-2: 1998, Information technology, configuration of customer premises cabling (CPC) for application, part 1. Integrated services digital network (ISDN) primary rate.

ISO/IEC 14763-1: 1999, Information technology, configuration of customer premises cabling (CPC) for application, part 1: Administration.

ISO/IEC TR 14763-2: 1999, Information technology, configuration of customer premises cabling (CPC) for application, part 2: Planning and installation.

ISO/IEC TR 14763-3: 1999, Information technology, configuration of customer premises cabling (CPC) for application, part3: Testing of optical fibre cabling.

HD 608, EN 50167, EN 50168 und EN 50169 Die Struktur der europäischen Normung ist so aufgebaut, dass in einer übergeordneten Norm, der so genannten Fachgrundspezifikation (HD 608) die elementaren Konstruktionsmerkmale und Messverfahren dargelegt sind. Die Fachgrundspezifikation definiert den Anwendungsbereich, nach welchen Grundsätzen ein Datenkabel konstruiert werden soll, und spezifiziert die Mess- und Prüfverfahren.

In den so genannten Bauartspezifikationen (EN 50167, EN 50168, EN 50169) werden die minimalen Kabelanforderungen definiert. Dazu gehören die Drahtstärken, der grundsätzliche Aufbau der Kabel, die einzusetzenden Materialien, die Schirmung und die übertragungstechnischen Leistungsparameter. Diese Anforderungen können dann in die Detailspezifikationen eingearbeitet werden.

Im Vergleich zu den Systemnormen EN 50173 und ISO/IEC 11801 definieren die europäischen Kabelnormen geschirmte Kabel mit halogenfreien, raucharmen und flammwidrigen Mantelmaterialien und Drahtstärken von 0,5 mm und 0,6 mm. Für die übertragungstechnischen Anforderungen an die Datenkabel wurden die Kategorie-5-Grenzwerte der Systemnormen übernommen. Bei der Dämpfung wurden für die Drahtstärke 0,6 mm höhere Anforderungen festgelegt, als in Kategorie 5 vorgeschrieben. Ein weiterer Unterschied zu den Systemnormen besteht im Dämpfung-Nebensprech-Verhältnis (ACR). In den Systemspezifikationen wird das ACR nur für Kommunikationsverbindungen über die Stecksysteme definiert. Für die einzelnen Komponenten gab es keine Definition. Das ACR wird in der Norm aus den Minimalanforderungen der Nahnebensprechdämpfung (NEXT) und Dämpfung ermittelt, d.h. alle Kabel, die bis heute den Kategorie-5-Grenzwerten entsprachen, erfüllen die spezifizierten ACR-Grenzwerte.

Die EN 50169 entspricht im wesentlichen den Spezifikationen der EN 50167, allerdings ist das ACR unberücksichtigt. Die Norm EN 50168 definiert die Anschlusskabel und unterscheidet sich in den Grenzwerten von der EN 50167. Kabel in diesem Bereich sind mit flexiblen Leitern mit 7 x 0,1 mm, 7 x 0,15 mm und 7 x 0,2 mm ausgeführt und haben höhere Dämpfungswerte als Installationskabel. Die Grenzwerte dürfen laut Angaben um 50 % höher sein als bei Installationskabeln.

In der EN 50288 werden Kabel der Kategorien 5 bis 7 spezifiziert.

In der EN 60603-7 die Verbindungskomponenten RJ45-Stecker und GG45-Stecker.

In der EN 61076-3 der Tera-Stecker für Kategorie-7-Verkabelungen.

Informationen zum Artikel
Deutsch: Verkabelungsstandard
Englisch: cabling standard
Veröffentlicht: 15.09.2012
Wörter: 942
Tags: #Verkabelungsstrukturen
Links: 50173, ACR (allowed cell rate), ACR (attenuation to crosstalk ratio), Administration, Aktivität