Strukturierte Verkabelung

Strukturierte Verkabelungen sind in den Standards EN 50173, ISO 11801 und Telecommunications Industry Association (TIA) 568-A normiert. Sie bilden die Grundlage für eine zukunftsweisende, anwendungsunabhängige und wirtschaftliche Netzwerk-Infrastuktur. Bisherige, unstrukturierte Verkabelungen, die sich an dem momentanen Bedarf und Dienst ausgerichteten, hatten in aller Regel Kostenexplosionen, verbunden mit Fehlinvestitionen zur Folge. Früher musste sich der Netzbetreiber nicht mehr Detailfragen über das Übertragungsmedium, die Übertragungseigenschaften oder die Kommunikationswege widmen, da die lokalen Netze (LAN) auf einer festen Netzwerkstruktur mit entsprechendem Zugangsverfahren basierten und an ein festes Übertragungsmedium gebunden waren.


Klassische Beispiele für ältere Verkabelungsstrukturen sind Ethernet auf Yellow Cable, Token Ring auf IBM-Kabel oder Terminalnetze und Breitbandübertragungen. LAN-Adaptionen wie Gigabit-Ethernet auf TP-Kabel und neue Verkabelungskonzepte ermöglichen die Schaffung allgemein gültiger Kabelstrukturen.

Einsatzbereiche von Kabeltypen in der Datenkommunikation

Einsatzbereiche von Kabeltypen in der Datenkommunikation

Die Verkabelungs-Infrastrukturen müssen Installationsreserven enthalten, die auch die Kommunikationsanforderungen für die nächsten 10 bis 15 Jahre berücksichtigen. Ein weiterer wichtiger Aspekt einer strukturierten Verkabelung ist die Dienstneutralität des Anschlusspunktes. Der Ansatz sollte alle LAN-Konzepte umfassen, aber auch Dienste aus dem Weitverkehrsbereich wie Sprachdienste über ISDN, Video- und Datenübertragungen. Beim Aufbau einer neuen Netzinfrastruktur sollte des weiteren eine hohe Flexibilität berücksichtigt werden, damit das Netz problemlos auf zukünftige LAN-Technologien umgestellt werden kann und damit vorhandene und neue Produkte in das Netzwerk einbezogen werden können.

Strukturierung der Dienste

Darüber hinaus sollte ein neues Netzsystem auf Standards basieren und damit herstellerunabhängig sein, genügend Reserven für eventuelle neue Dienste haben, unempfindlich gegenüber Störeinflüssen sein und eine sichere Übertragung gewährleisten unter Berücksichtung von Redundanzstrecken. Für den Anwender sind natürlich die Investitionskosten und der Investitionsschutz von besonderer Bedeutung, ebenso die laufenden Folgekosten in Form von Wartungs- und Service-Aufwand.

Verkabelungsstruktur nach ISO/IEC 11801

Verkabelungsstruktur nach ISO/IEC 11801

Bei der Konzeption einer strukturierten Verkabelung sind außerdem anwenderspezifische Aspekte zu berücksichtigen, die in das Konzept eingebracht werden müssen

Basierend auf diesen und einer Vielzahl weiterer Aspekte, die Übertragung und die Übertragungsmedien betreffend, wurden von diversen Standardisierungsgremien Verkabelungsstandards entwickelt, die sich gegenseitig anpassen oder ergänzen und als Basis für die Entwicklung einer strukturierten Verkabelung herangezogen werden sollten.

Die Strukturierung erfolgt innerhalb von Hierarchie-Ebenen. In diesen Ebenen werden Gruppen gebildet, die topologisch oder administrativ zusammengehören. Sie sind in horizontale und vertikale Verkabelungsbereiche gegliedert, denen die Geländeverkabelung, die Gebäudeverkabelung mit dem Steigleitungsbereich, die Etagenverkabelung und die Arbeitsplatzverkabelung zuzuordnen sind.

Strukturierung der Ebenen

Sternförmige Verkabelung in logischer Ringtopologie

Sternförmige Verkabelung in logischer Ringtopologie

Für die Gelände-, Gebäude- und Etagenverkabelung werden bei der strukturierten Verkabelung maximal zulässige Kabellängen festgelegt ( EIA/TIA 568, IS 11801), außerdem Empfehlungen für die Topologie.

Die meisten Verkabelungsbereiche sind sternförmig aufgebaut. Die physikalische Sternstruktur ist von besonderem Interesse, da auf ihr alle logischen Topologien abgebildet werden können: Die Ringtopologie ebenso wie die Bus- oder Baumtopologie.

Sternförmige Verkabelung in logischer Bustopologie

Sternförmige Verkabelung in logischer Bustopologie

Die Verkabelungsstandards sind für eine geografische Ausdehnung von 3.000 m, einer Bürofläche von 1 Mio. qm und für 50 bis 50.000 Anwender optimiert. In der Primärverkabelung geht der Standard von 62,5/125 µm Glasfasern aus mit einer maximalen Länge von 1.500 m.

In der Sekundärverkabelung, also in der Gebäudeverkabelung, kommt ebenfalls 62,5/125 µm Glasfaser zum Einsatz. Die Längenrestriktion liegt bei 500 m.

In der Etagenverkabelung, die vom Etagenverteiler bis zur Anschlussdose reicht, werden im Standard TP-Kabel (100 Ohm UTP, 120 Ohm UTP, 150 Ohm STP, 62,5/125 µm Glasfaser) mit einer Länge von 90 m festgelegt, zuzüglich 10 m Anschlusskabel.

Informationen zum Artikel
Deutsch: Strukturierte Verkabelung
Englisch: structured cabling system - SCS
Veröffentlicht: 08.11.2013
Wörter: 571
Tags: #Verkabelungsstrukturen
Links: 50173, ADO (Anschlussdose), Anschlusskabel, Arbeitsplatzverkabelung, Aspekt