Verkabelung

Die Verkabelung bildet die physikalische Basis für die Verbindung von Geräten. Die Verkabelung wird durch Übertragungsmedien realisiert, die elektrisch leitend oder lichtleitend sind, um elektrische oder optische Signale übertragen zu können.


Historisch betrachtet, hat sich immer parallel zu einer Kommunikationsstruktur die am besten dafür geeignete, herstellereigene Verkabelungsstruktur entwickelt. Man denke nur an die Telefon-Verkabelung mit ihren verdrillten Leitungen, die 3270-Verkabelung mit dem RG-62-Kabel, die AS/400-Welt mit dem Twinaxial-Kabel oder an IBM 4700 bzw. 8100 die mit verdrillten Leitern verkabelt sind. Daneben gibt es den klassischen LAN-Bereich mit der Token-Ring-Verkabelung, einer auf geschirmten verdrillten Leitern basierenden Verkabelung, die ersten Ethernet-Versionen mit Koaxialkabeln, bekannt als Yellow-Cable und Cheapernet-Kabel.

Da die Verkabelung sowohl auf die Netztopologie als auch auf das Protokoll zugeschnitten war, führte dies zwangsläufig dazu, dass unterschiedliche Übertragungsmedien eingesetzt wurden. Beginnend beim verdrillten Telefonkabel reicht die Palette über die diversen Koaxialkabel mit den unterschiedlichsten Bandbreiten, Impedanzen, Schirmungseigenschaften und physikalischen Abmessungen, über Spezialkabel wie das Twinaxial-Kabel bis hin zu den TP-Kabeln. Dazu kamen für jeden Kabeltyp neue Datenstecker: Der BNC-Stecker und der N-Stecker, der Twinaxial-Stecker und der TAE-Stecker, der Sub-D-Stecker und der IBM-Datenstecker, der ADO-Stecker und der RJ45-Stecker, uvm.

Diese Situation führte häufig dazu, dass innerhalb von Unternehmen mehrere Vernetzungskonzepte mit unterschiedlichen Datenkabel verwendet wurden. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von Altlasten, da diese herstellereigenen Verkabelungen gar nicht oder nur mit hohem technischen Aufwand für andere Netztopologien und Dienste geöffnet werden konnten.

Diese unflexiblen dienst- und herstellerabhängigen Verkabelungsstrukturen wurden erst durch die Entwicklung flexibler anwendungsneutraler Verkabelungen abgelöst. Diese Entwicklung ist zurückzuführen auf den Wandel in den Anforderungsprofilen der Firmen. Gleichzeitig entwickelten sich einheitliche Strukturen, die in den Verkabelungsstandards festgeschrieben wurden. Man spricht daher heute von der dienstneutralen, strukturierten Verkabelung.

Informationen zum Artikel
Deutsch: Verkabelung
Englisch: cabling
Veröffentlicht: 10.04.2012
Wörter: 297
Tags: #Verkabelung
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