HGÜ (Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung)

Die Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) wird zur Übertragung von elektrischer Energie über große Entfernungen eingesetzt und stellt eine interessante Alternative zu den konventionellen Drehstrom-Hochspannungsleitungen dar. Die verlustarme HGÜ-Technik besteht aus Hochspannungs-Gleichstromkabeln, mit denen Entfernungen von mehreren hundert und auch einigen tausend Kilometer überbrückt werden können, aus Leistungsschaltern, Umrichtern mit leistungsstarken Thyristoren und IGBTs und aus Leistungskondensatoren, die die Spannungsspitzen aufnehmen und die konvertierten Signale glätten.


Bisher wird für die Energieübertragung die Drehstromtechnik mit Frequenzen von 50 Hz und 60 Hz eingesetzt. Der Vorteil dieser Technik liegt in der einfachen Transformierbarkeit. Allerdings haben die Drehstromleitungen relativ hohe Verluste durch kapazitive Blindströme, induktive Widerstände und den Skineffekt, der den effektiven Leitungsquerschnitt verringert, da nur der äußere Teil der Leiter von Strom durchflossen wird. Diese Verluste können sich bei Entfernungen von tausend Kilometer auf bis zu zehn Prozent kumulieren.

380-kV-HGÜ-Erdkabel, 
   Foto: board.bs-netz.com

380-kV-HGÜ-Erdkabel, Foto: board.bs-netz.com

Hochspannungs-Gleichstromkabel können Spannungen von bis zu 1 Mega-Volt (MV) und Leistungen von mehreren 1.000 Megawatt (MW) übertragen. Es gibt sie als Freileitungen, Erd- oder Hochspannungs-Seekabel. Im Gegensatz zu Drehstromkabel bestehen sie nur aus dem stromführenden Leiter und dem Erdleiter. Der wesentliche Vorteil liegt in den geringen Verlusten, die bei tausend Kilometer bei etwa 3 % liegen. Allein dadurch werden bei einer Energieübertragung von 200 MW auf 1.000 km 14 MW Verlustleistung eingespart. Die leistungsstärkere Variante der HGÜ-Technik ist die Ultra-Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (UHGÜ). Bei dieser Technik geht es um Leistungen von 10 GW und mehr und um Spannungen von über 800 kV.

Was die Belastung mit Störfeldern betrifft, so entstehen bei der Übertragung statische elektrische Felder und statische magnetische Felder. Beide haben eine relativ geringe Feldstärke, die bei der Verlegung als Erdkabel in etwa der Stärke des Erdmagnetfeldes entspricht und keine gesundheitsgefährdenden Auswirkungen haben. Die statischen elektrischen Felder von Erdkabeln werden von der Kabelisolation, der Schirmung und dem Erdreich soweit geschirmt, dass sie an der Erdoberfläche kaum messbar sind.

Verlegung eines 320-kV-HGÜ-Kabels, Foto: ABB

Verlegung eines 320-kV-HGÜ-Kabels, Foto: ABB

Als Erd- oder Seekabel haben Hochspannungs-Gleichstromkabel einen Durchmesser zwischen 5 cm und 20 cm. Sie werden für Offshore-Windparks oder Länder- und Kontinent-übergreifend verlegt.

Komponenten der HGÜ-Technik

Neben den Hochspannungs-Gleichstromkabeln geht es in der HGÜ-Technik um die HGÜ-Plattformen in denen die Wechspannng in Gleichspannung konvertiert wird und um die Leistungskondensatoren. Was die Umformer betrifft, so werden in der HGÜ-Technik leistungsstarke Thyristoren und IGBTs für Hochspannungen eingesetzt. Bei den Leistungskondensatoren handelt es sich um sogenannte Snubber-Kondensatoren, die die Spannungsspitzen der HVDC-Konverter glätten. Die in der HGÜ-Technik eingesetzten Leistungskondensatoren zeichnen sich durch eine Spannungsfestigkeit von mehreren hundert Kilovolt (kV) aus. Sie werden am Streckenanfang in der Gleichrichtung und für die Glättung eingesetzt und am Streckenende in den Wechselrichtern, in denen der Hochspannungs-Gleichstrom in Wechselspannung umgeformt und in das Versorgungsnetz eingespeist wird.

Informationen zum Artikel
Deutsch: Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung - HGÜ
Englisch: high voltage direct current - HVDC
Veröffentlicht: 26.08.2018
Wörter: 453
Tags: #Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung
Links: Elektrisches Feld, Feldstärke, Frequenz, Gateway, Glätten