Service-Klasse

Eine Service-Klasse (CoS) ist generell ein Klassifizierungsmerkmal für die Berechtigungsstufe der Benutzer und für die Behandlung und Priorisierung von Datenpaketen. So können die verschiedenen Service-Klassen beispielsweise im Queuing unterschiedlich behandelt und priorisiert werden. Bei den unterschiedlichen Diensten und Protokollen werden die Service-Klassen daher auch unterschiedlich bezeichnet.


  1. Bei IEEE 802.1p steht Class of Service (CoS) für die Klassifizierung des Datenverkehrs innerhalb eines LANs anhand von verschiedenen Diensten wie E-Mail, File-Transfer, Sprache oder Video. Jede Service-Klasse hat ihre eigene Priorität, die beim Queuing entsprechend berücksichtigt und bearbeitet wird. Im Gegensatz zur Dienstgüte (QoS) kann CoS keine Bandbreiten zuweisen, sonder versendet Datenpakete, die nach dem Best-Effort-Prinzip übertragen werden. CoS arbeitet auf der Sicherungsschicht und bietet einfache Mechanismen für die bessere Nutzung der Ressourcen. Zu diesem Zweck werden die Ethernet-Frames mit Tags markiert, die die Service-Klasse kennzeichnen.

  2. Bei den vermittelten Hochgeschwindigkeitsdiensten ATM und Frame Relay (FR) wurden von der internationalen Fernmeldeunion (ITU-T) mehrere Service-Klassen zur Realisierung der unterschiedlichen Aufgaben definiert. Bei ATM wurden vier Serviceklassen für die isochrone oder burstartige Übertragung, für konstante oder variable Bitraten und für verbindungslose und verbindungsorientierte Übertragung spezifiziert. Die jeweilige Service-Klasse hat für die komplette Verbindungsdauer Gültigkeit.

  3. Beim SNA-Protokoll sind in den Service-Klassen die Flusskontrolle, die Übertragungssicherheit, die Bandbreite und die Übertragungspriorität festlegt.

  4. In der Telekommunikation wird unter CoS eine Berechtigungsklasse für die Benutzer verstanden, die sich auf die Benutzung von Einrichtungen wie Tk-Anlagen oder Tk-Diensten bezieht.

  5. In der IP-Welt werden die Dienst-Klassen im Dienstleistungsfeld (ToS) im Header des IP-Protokolls für die Übertragungsqualität von netzwerkrelevanten Diensten definiert.

  6. Die Internet Engineering Task Force (IEFT) hat für die Service-Klassen im Internet mehrere Ansätze entwickelt. Dazu gehören das Protokoll IPv6 in dessen Header das Flow-Label-Feld definiert wurde. Daneben gibt es die Priorisierung des Datenverkehrs mittels DiffServ, IntServ und weitere, die sich in der Dienstgüte (QoS) niederschlagen.

  7. In der SNA-Architektur gibt es verschiedene Service-Klassen, die vom Nutzer in Abhängigkeit von dessen Anforderungen spezifiziert werden. Die in der SNA-Architektur spezifizierten CoS-Klassen sind vergleichbar dem Type of Service (ToS) vom TCP-Protokoll. Beide Methoden arbeiten über die Priorisierung von Nachrichten innerhalb des Netzwerks.

  8. Bei Fibre Channel werden die Service-Klassen auf der Transportebene zur Verfügung gestellt.

    Dienstmerkmale der verschiedenen FC-Service-Klassen

    Dienstmerkmale der verschiedenen FC-Service-Klassen

    Fibre Channel kennt mehrere FC-Dienstklassen. So die verbindungslose, die verbindungsorientierte mit Ende-zu-Ende-Flusskontrolle, die Übertragung von Datagrammen sowie die Bereitstellung von Sub-Channels. In einer Fabric können gleichzeitig unterschiedliche Service-Klassen bereitgestellt werden.

  9. Die Definition von 802.16 kennt vier Service-Klassen, die die zeitkritische Übertragung von Audio, Video, Sprache und Spiele unterstützt.

    In 802.16 definierte Service-Klassen

    In 802.16 definierte Service-Klassen

    Die vier Service-Klassen unterscheiden sich in der Verzögerung, dem Jitter und der Bitfehlerrate und sind für Computerspiele, Internet-Anbindungen, Streaming und E-Mail definiert.

Informationen zum Artikel
Deutsch: Service-Klasse
Englisch: class of service - CoS
Veröffentlicht: 30.10.2013
Wörter: 453
Tags: #Übertragungstechniken der Datenkommunikation
Links: ATM (asynchronous transfer mode), Audio, Bandbreite, BER (bit error rate), Best-Effort-Prinzip