Mobilfunknetz

Mobilfunknetze sind funktechnische Einrichtungen über die Teilnehmer mobil, und damit ortsunabhängig, miteinander kommunizieren können. Wie andere Netze auch, bestehen Mobilfunknetze aus Sende-, Empfangs- und Vermittlungseinrichtungen.


Historisch betrachtet waren die ersten Mobilfunknetze Inselnetze, die nur einen regionalen Bereich funktechnisch abdeckten. Die Vermittlung erfolgte von Hand, wobei den Teilnehmern für die Gesprächsdauer ein Funkkanal zur Verfügung gestellt wurde. Später wurde die Vermittlung automatisiert, die Analogübertragung von der Digitalübertragung abgelöst und Anstelle der Inselnetze traten Zellularnetze. Auch frequenzmäßig wurde aufgerüstet. Wurde anfänglich noch bei 30 MHz und 80 MHz gesendet, stieg die Frequenz über 150 MHz auf 440 MHz, dann auf über 900 MHz und schließlich auf 1.900 MHz und 2.200 MHz, wodurch letztendlich auch die Teilnehmerdichte erhöht werden konnte. Diese rasante Mobilfunknetze-Entwicklung wird mit Generationen bezeichnet.

Die verschiedenen Generationen an Mobilfunknetzen

Mobilfunknetze werden Generationen zugeordnet, die jede für sich einen bestimmten Technik Stand repräsentiert. Der 1. Generation (1G) ist das in Deutschland 1971 in Betrieb genommene A-Netz zugeordnet. Das Mobilfunknetz der 1. Generation war damals das weltweit größte zusammenhängende Mobilfunknetz, das allerdings noch handvermittelt war. Ein Jahr später folgte das B-Netz, ebenfalls mit analoger Übertragung wie das A-Netz, aber mit vollautomatischer Vermittlung. 1985 folgte dann das C-Netz, ein vollautomatisches, Zellularnetz, das im 450-MHz-Bereich arbeitete.

Mobilkommunikationstechniken, 
   deren Mobilität und Datenrate

Mobilkommunikationstechniken, deren Mobilität und Datenrate

Es folgten 1992 die ersten GSM-Netze, die zu den Mobilfunknetzen der 2. Generation (2G) zu zählen sind und bereits 1993 die ersten DCS-Netze. Mit dem Aufbau und Ausbau der Sprachdienste, Kurzmitteilungsdienste, Datendienste und Fax-Dienste sowie der Inbetriebnahme des satellitengestützten Iridium-Systems im September 1998 hat der Mobilfunk der Mobilkommunikation neue Einsatzbereiche erschlossen. Die Mobilfunksysteme der 3. Generation (3G) sind im Wesentlichen von UMTS geprägt.

Mobilfunknetze der höheren Generationen

Entwicklung der 
   Datenraten in der Mobilkommunikation

Entwicklung der Datenraten in der Mobilkommunikation

Mit Beyond 3G wurden zwei weitere Generationen definiert: 3.5G und 3.9G, von denen letztere in der 4. Generation (4G) aufging. Die beiden Mobilfunknetze 3G und 4G setzen auf der UMTS-Infrastuktur auf und zeichnen sich durch wesentlich höhere Datenübertragungsraten aus. 3.5G arbeitet mit High-Speed-Access High Speed Downlink Packet Access (HSDPA) und High Speed Uplink Packet Access (HSUPA) und erreicht Datenraten von ca. 20 Mbit/s, und 4G benutzt Long Term Evolution (LTE) oder Ultra Mobile Broadband (UMB) und kommt auf Datenraten von 100 Mbit/s. Bei den Techniken der 4. Generation geht es um Hochgeschwindigkeiten von 100 Mbit/s und darüber, um Mobilität und die ständige Verbindung zum Netz: "Always Connected". Zu diesen Technologien gehören Evolution Data Optimized (EVDO), Mobile-WiMAX, iBurst, Ultra Wideband (UWB) und Long Term Evolution (LTE).

Die chronologische Reihenfolge wird mit der bereits spezifizierten 5. Generation (5G) fortgesetzt: Nämlich mit der Weiterentwicklung von LTE-Netzen hin zu LTE-A und hin zu höheren LTE-Releases. Bei 5G geht es um Datenraten, die 30-mal bis 100-mal so hoch sind wie die von Long Term Evolution (LTE), also um Datenraten von bis zu 10 Gbit/s.

Mobilfunk und Mobiltelefonie kennzeichnen die funktechnische Übertragung von einem stationären oder auch mobilen Sender zu einem mobilen Empfänger, einem Mobilgerät. Beim Sender spricht man von der Basisstation, beim Empfänger von der Mobilstation. Je nach funktechnischer Ausrichtung ist das Sendegebiet ein regional begrenztes Gebiet von einigen wenigen Kilometern Ausdehnung. Die Größe des Sendegebietes wird im Wesentlichen durch das Mobilfunkkonzept definiert und ist direkt abhängig von der Sendeleistung. Gliedern sich die einzelnen Sendegebiete als abgegrenzte Gebiete aneinander, spricht man von einer zellularen Struktur; die Sendegebiete nennt man Funkzellen. Im Gegensatz dazu steht die Versorgung eines Sendebereichs mit einem Bündel von Frequenzen.

Informationen zum Artikel
Deutsch: Mobilfunknetz
Englisch: mobile radio network
Veröffentlicht: 03.09.2019
Wörter: 580
Tags: #Mobilfunknetze
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