Bündelfunk

Bündelfunk ist ein zellularer Mobilfunkdienst für betriebliche Kommunikationsanwendungen, speziell für die Sprachkommunikation. Der Bündelfunk, auch Trunked Radio genannt, ist eine Fortentwicklung des Betriebsfunks, bei dem sich viele Nutzer einen Kanal teilen. Beim Bündelfunk wird den Benutzern der Funkkanal dynamisch zugewiesen, was zu einer wesentlich effizienteren Frequenzausnutzung führt als beim Betriebsfunk mit starrer Frequenzkanalzuordnung.


Als Sprechfunk arbeitet der Bündelfunk mit einem vermittelnden Kommunikationsnetz bei dem die Funkkanalzuordnung erst dann erfolgt, wenn ein Nutzer einen Verbindungswunsch signalisiert. Der exklusive Funkkanal steht dem Nutzer für die Dauer der Verbindung zur Verfügung. Über einen speziellen Organisationskanal erfolgt die Signalisierung, Steuerung und Überwachung des Funkverkehrs.

Bündelfunk für die betriebliche Mobilkommunikation

Bündelfunknetze gibt es als Analognetze und als digitale Systeme. Die beiden derzeit verfügbaren digitalen Bündelfunksysteme sind TETRA ( Terrestrial Trunked Radio) und Tetrapol, die nicht miteinander kompatibel sind. Sie sind auf ein bestimmtes regionales Gebiet begrenzt und haben in der Regel weder Roaming noch Handover noch die Möglichkeit der Verbindung mit anderen Bündelfunknetzen, eine Ausnahme bildet die ISI-Spezifikation von TETRA. Es handelt sich um reine Inselnetze mit Halbduplex- und auch mit Duplex-Übertragung. Bei der Halbduplex-Übertragung steht ein Funkkanal zeitlich nacheinander in beiden Verkehrsrichtungen zur Verfügung, bei der Duplex-Übertragung stehen beide Verkehrsrichtungen gleichzeitig zur Verfügung.

Der Bündelfunk stellt den verschiedenen Anwendergruppen (Speditionen, Servicedienste usw.) die gemeinsame Nutzung eines Frequenzbündels für die Mobilkommunikation zur Verfügung.

Verteilzentrale im Bündelfunk

Verteilzentrale im Bündelfunk

In Abgrenzung zu den klassischen Mobilfunknetzen ist das wesentliche Merkmal von Bündelfunknetzen die Bereitstellung von Kommunikationsdienstleistungen innerhalb einer oder mehrerer geschlossener Benutzergruppen.

Die technische Basis der neuen Bündelfunknetze ist mit wenigen Ausnahmen der Standard des britischen Ministry of Post and Telecommunication - MPT 1327. Die bereitgestellten Bündelfunkfrequenzen liegen im Bereich von 410 MHz bis 430 MHz mit Kanalbreiten von 12,5 kHz für die Übertragung von Sprache und Daten. Der Frequenzbereich von 410 MHz bis 420 MHz wird als Unterband genutzt, der Bereich von 420 MHz bis 430 MHz als Oberband für den Halbduplex-Betrieb. Derzeitige Systeme arbeiten mit analoger Sprachübertragung und digitaler Signalisierung, das neue europaweit standardisierte System Tetra dagegen volldigitalisiert. Die Reichweite einer Funkzelle liegt beim Bündelfunk bei etwa 15 km bis 20 km, bei der Nutzung mehrerer Funkzellen bis zu 100 km.

Ein Roaming zwischen den Bündelfunknetzen ist nicht vorgesehen und wenig sinnvoll. Neben dem Bündelfunkdienst Chekker der DeTeMobil gibt es in Deutschland zahlreiche öffentliche Bündelfunkdienste lizenzierter privater Netzbetreiber sowie geschlossene private Bündelfunksysteme. Man unterscheidet bei den Bündelfunklizenzen zwischen vier verschiedenen Modellen.

Die vier Lizenzmodelle für Bündelfunk

Beim Lizenztyp A, einem regionalen Bündelfunknetz, können private Lizenznehmer in mehreren Wirtschaftsregionen zugelassen werden. In jeder der 14 definierten Regionen können jewils zwei Anbieter im Wettbewerb zur Telekom AG stehen. Beim Lizenztyp B handelt es sich um Regionen, die nicht unter dem Modell A definiert sind. Das Sendegebiet kann bei diesem Lizenztyp vom Lizenznehmer vorgeschlagen werden und darf eine maximale Ausdehnung von 15.000 Quadratkilometern nicht überschreiten. Der dritte Lizenztyp C beschränkt sich auf begrenzte Gebiete, wie Firmengrundstücke oder Häfen, und der vierte Lizenztyp D auf Bündelfunknetze mit nationaler Ausdehnung.

Bündelfunk-Handy

Bündelfunk-Handy

An Diensten bietet der Bündelfunk die Einzelverbindung zwischen zwei Teilnehmern, den Gruppenruf von einem zu einer Gruppe von Endeinrichtungen mit den Möglichkeiten des Mitsprechens, dabei können alle Teilnehmer einer Gruppe sprechen und werden von allen anderen Teilnehmern gehört, und der Möglichkeit des Nur-Hörens. Darüber hinaus können im Bündelfunk Kurzmitteilungen (SMS) über den Organisationskanal versendet werden. Mit diesem 5 Bit langen Statussatz können insgesamt 32 verschiedene Meldungen übertragen werden.

Eine Datenübertragung kann mit einer Geschwindigkeit von 2,4 kbit/s erfolgen. Bündelfunksysteme werden vorwiegend in Dienstleistungsunternehmen, im Gütertransport, Baugewerbe und vor allem im Handwerk eingesetzt. Die von der Regulierungsbehörde zugewiesene Netzkennzahl für Bündelfunk ist 0167.

Informationen zum Artikel
Deutsch: Bündelfunk
Englisch: trunking radio
Veröffentlicht: 05.01.2017
Wörter: 638
Tags: #Betriebs- und Bündelfunk
Links: Access Governance, Ausnahme, Betriebsfunk, Bit (binary digit), Chekker