L-Band

Die Bezeichnung L-Band wird mehrmals für unterschiedliche Frequenzbänder und auch für ein optisches Wellenlängenband benutzt. Es gibt die ältere deutsche Bezeichnung, die ITU-Nomenklatur, die US-amerikanische und die neuere europäische. In der Literatur werden daher für das L-Band durchaus verschiedene Frequenzbereiche angegeben.


  1. Nach der europäischen Bezeichnung (Nato) liegt das L-Band zwischen dem K-Band und dem M-Band und deckt den Frequenzbereich zwischen 40 GHz und 60 GHz ab. Bei den entsprechenden Wellenlängen handelt es sich um Millimeterwellen zwischen 7,5 mm und 5 mm. Dieser Frequenzbereich wird bei den traditionell bezeichneten Frequenzbändern (IEEE) vom V-Band abgedeckt.

  2. Nach der traditionellen Bezeichnung von internationalen Fernmeldeunion (ITU) liegt der Frequenzbereich des L-Bandes zwischen 1,0 GHz und 2,6 GHz und entspricht damit dem D-Band der Nato-Nomenklatur. Bei diesem Frequenzband geht es elektromagnetischen Zentimeterwellen mit Wellenlängen zwischen 30 cm und 15 cm. Das L-Band wird für Radaranwendungen benutzt, außerdem werden in diesem Frequenzbereich auch Hohlleiter zwischen 1,12 GHz und 1,7 GHz betrieben. In der Satellitenkommunikation mit LEO-Satelliten werden im L-Band beispielsweise über den Downlink die Nutzdaten von den Iridium-Satelliten hin zu den Mobilstationen übertragen. Beim Global Positioning System (GPS) ist das L-Band in die zwei Frequenzbänder L1-Band und L2-Band unterteilt. Die Mittenfrequenz des L1-Bandes beträgt 1,57542 GHz, die des L2-Bandes 1,22760 GHz. Das L1-Band wird für militärische Anwendungen benutzt, die Signale sind verschlüsselt, das L2-Band arbeitet unverschlüsselt und ist für die zivile Nutzung.

  3. Neben den beiden erwähnten Frequenzbändern für das L-Band, gibt es noch weitere, die von den genannten Werten abweichen. So werden in der Literatur Frequenzbereiche zwischen 0,39 GHz und 1,55 GHz aber auch zwischen 1,53 GHz und 2,7 GHz für den Satellitenfunk genannt.

  4. In der optischen Übertragungstechnik mit Coarse Wavelength Division Multiplexing (CWDM) sind die Übertragungsbereiche unter ITU-T G.694.2 definiert. Das L-Band liegt im ITU-Grid oberhalb des C-Bandes im dritten Telekommunikationsfenster und umfasst die Wellenlängen zwischen 1.565 nm und 1.625 nm. Der Kanalabstand zwischen den einzelnen Wellenlängen beträgt 20 nm. Unterhalb des L-Bandes liegt das C-Band, oberhalb das U-Band (Ultralong).

Informationen zum Artikel
Deutsch: L-Band
Englisch: L band
Veröffentlicht: 04.01.2018
Wörter: 339
Tags: #Optische Übertragung #Wellen
Links: C-Band, CWDM (coarse wavelength division multiplexing), D-Band, Downlink, Frequenzband