Datenpaketvermittlung

Bei der Datenpaketvermittlung, Packet Switching Exchange (PSE), handelt es sich um ein asynchrones Zeitmultiplex. Bei dieser Vermittlungstechnik werden Nachrichten paketweise im Store-and-Forward-Verfahren über Teilstrecken von einem Netzknoten zum nächsten vermittelt. Die Datenpaketvermittlung bildet die Basis für Datenpaketnetze. Man unterscheidet zwischen zwei Verfahren: der Einzelpaketvermittlung und der Kanaltechnik.


Die Einzelpaketvermittlung

Bei der Einzelpaketvermittlung wird jedes Paket mit einem Header ausgestattet, der die gesamten vermittlungsrelevanten Informationen enthält. Das sind die Adress-Informationen von Empfänger und Absender, Hinweise zur Versendung, Routing-Informationen und Hinweise an den Empfänger. Die zu übertragenden Nachrichten werden in mehrere Datenpakete aufgeteilt. Beim Empfänger werden die einzelnen Datenpakete wieder zum ursprünglichen Datenstrom zusammengefügt.

Vermittlungstechniken

Vermittlungstechniken

Bei diesem Verfahren wird jedes Datenpaket einzeln in loser Reihenfolge übertragen und von der empfangenen Station wieder zu einer vollständigen Nachricht zusammengesetzt. Dabei kann es vorkommen, dass die Reihenfolge der empfangenen Datenpakete bedingt durch Datenpaketverluste, Überholung von Datenpaketen und ungewollte Duplizierung unvollständig und durcheinander geraten ist. Dies erfordert besondere Maßnahmen, die in den Protokollen implementiert sein müssen. Diese Art der Verbindung wird auch verbindungsloser Dienst (CLNS) genannt.

Die Kanaltechnik

Die zweite Vermittlungsart ist die Kanaltechnik. Dabei werden virtuelle Verbindungen mittels logischer Kanäle gebildet. Bei diesem Verfahren gibt es eine Paketkarte mit allen Adressen, besonderen Leistungsmerkmalen, Informationen zum Routing usw., die im CALL-Paket übermittelt werden.

Definitionsbereiche für DIN/ISO und ITU nach T.90

Definitionsbereiche für DIN/ISO und ITU nach T.90

Bei der Datenpaketvermittlung werden im Unterschied zur Leitungsvermittlung die Übertragungswege nicht exklusiv genutzt; deswegen spricht man hier von virtuellen Verbindungen (VC). Das Datenpaketvermittlungsprinzip unterscheidet zwei Arten von virtuellen Verbindungen: die feste virtuelle Verbindung (PVC) und die gewählte virtuelle Verbindung (GVV).

Bei der Datenpaketvermittlung wird die Übertragungsbandbreite bedarfsorientiert angefordert und kann gleichzeitig mehreren logischen Verbindungen zur Verfügung gestellt werden.

Standards für die Datenpaketvermittlung

Das Prinzip der Datenpaketvermittlung ist in verschiedenen Standards definiert. Der bekannteste Standard für die Datenpaketvermittlung ist in der ITU-T-Empfehlung X.25 beschrieben und stellt eine wirtschaftliche Lösung für den internationalen Austausch von Daten dar. Neben der X.25-Empfehlung existieren zu dieser Thematik die ISO-Standards IS 7776 und IS 8208 sowie die DIN-Normen DIN 66221 und 66222. Die unterschiedlichen Empfehlungen, Standards und Normen stimmen in wesentlichen Punkten überein, sie unterscheiden sich nur in der Betrachtungsweise der Standardisierung. Das ITU-T beschreibt die Datenpaketvermittlung anhand des Netzverhaltens, die internationale Standardisierungs-Organisation (ISO) und das DIN anhand des Endgeräteverhaltens.

Eine Weiterentwicklung der Datenpaketvermittlung ist das Cell-Switching.

Informationen zum Artikel
Deutsch: Datenpaketvermittlung
Englisch: packet switching exchange - PSE
Veröffentlicht: 14.12.2017
Wörter: 398
Tags: #Weitverkehrsnetze #Datenpaketnetze
Links: Adresse, ATD (asynchronous time division), Call-Paket, CLNS (connectionless network service), Daten