Routing

Unter Routing versteht man eine Wegwahlfunktion zur Vermittlung von Nachrichten zwischen LANs, LANs und WANs sowie zwischen WANs. Im Gegensatz zum Bridging, das ebenfalls zur Flusskontrolle benutzt wird und das auf der Sicherungsschicht erfolgt, findet das Routing auf der Vermittlungsschicht statt.


Das Routing-Problem kann folgendermaßen charakterisiert werden: Wie lässt sich die von einem Knoten zu einem zweiten Knoten zu transportierende Nachrichtenmenge unter Verwendung der Ressourcen des Netzes optimal transportieren?

Routing-Verfahren lassen sich grob klassifizieren in:

Zentralisierte und verteilte Verfahren, bei denen entweder eine Zentralstation die notwendigen Wegwahlinformationen hat und die Wegwahlentscheidung trifft oder bei der verteilten Technik die einzelnen Interface Message Processor (IMP) ihre Entscheidung selbst treffen.

Routerfunktionalität im OSI-Referenzmodell

Routerfunktionalität im OSI-Referenzmodell

Statische Verfahren. Beim statischen Routing wird die optimale Wegwahl einmalig berechnet und in der Folge wird immer der gleiche Weg über die IMPs benutzt. Man spricht bei diesem Verfahren auch von Fixed Routing (FR). Der Routing-Algorithmus hat eine feste Route, die Übertragung zwischen den Endgeräten erfolgt immer über einen festen, permanenten Pfad, der in der Routingtabelle festgelegt ist.

Dynamische Verfahren. Beim dynamischen Routing wird die Wegwahl aufgrund aktueller Zustandsparameter des Netzwerks getroffen. Dies stellt bei großen Netzwerken ein Problem dar, da sich der Netzwerkzustand ständig ändert.

Lokale und globale Verfahren. Bei diesen Routing-Verfahren werden der Netzwerkzustand in der unmittelbaren Umgebung und der Zustand des gesamten Netzwerks berücksichtigt.

Deterministische und stochastische Verfahren, bei denen die Leitwegbestimmung über deterministische bzw. stochastische Entscheidungsregeln getroffen wird.

Beispiel für ein IP-Routing

Beispiel für ein IP-Routing

Router verbinden Subnetze auf der Vermittlungsschicht des OSI-Referenzmodells. Da die Schicht 3 für alle aktuell etablierten Industriestandards unterschiedlich ist, ist die Router-Kopplung hinsichtlich der höheren Schichten protokollabhängig, d.h. ein Router muss alle Protokolle verstehen, die er bearbeiten soll.

Durch die Kopplung auf Vermittlungsschicht können unterschiedliche Schicht-2-Protokolle sehr gut ausgetauscht werden.

Aufgrund der implementierten Routing-Protokolle stellt eine Router-Kopplung im Vergleich zur Brückenkopplung komplexere und unter Umständen effizientere Möglichkeiten zur Verfügung, redundante Netzwerkstrukturen hinsichtlich dynamischer Wegwahl und alternativer Routen auszunutzen.

Informationen zum Artikel
Deutsch: Routing
Englisch: routing
Veröffentlicht: 11.04.2012
Wörter: 331
Tags: #Internetworking-Strukturen
Links: Bridging, Dynamisches Routing, Flusskontrolle, Höhere Schichten, IMP (interface message processor)