Dynamisches Routing

Beim Routing kann die Route dynamisch oder statisch bestimmt werden. Der wesentliche Vorteil des dynamischen Routing gegenüber dem statischen liegt darin, dass die Wegwahl dynamisch ist, also bei laufendem Netzbetrieb erfolgt, und Netzerweiterungen, Laständerungen und Überlastungen vom Routing-Algorithmus berücksichtigt werden. Diese Art der Routenanpassung wird auch als adaptives Routing bezeichnet, da die Wegwahl an die aktuelle Netzsituation "adaptiert" wird.

Beim dynamischen Routing wird die optimale Wegwahl durch Metriken gewichtet. Nach der Parametersetzung zu Beginn der Prozedur, wird die optimale Route allein durch das Routing-Protokoll bestimmt und ist so für den Benutzer transparent. Die Metriken für solche dynamischen Routing-Protokolle realisieren zentrale Funktionen des Netzwerks und berücksichtigen im Vergleich zum statischen Routing den kürzesten, kostengünstigsten, schnellsten oder sichersten Weg, ebenso Überlastungen, Warterschlangen, sowie Leitungs- und Knotenausfälle mit der Möglichkeit Alternativ-Routen aufzubauen.

Die hohe Flexibiilität der dynamischen Verfahren wird dadurch erreicht, dass die beteiligten Router ständig Kontrollinformationen über die aktuell verfügbare Konfiguration und Topologie austauschen. Das verursacht zusätzlichen Overhead, der sich direkt in der Netzlast niederschlägt.

Es gibt mehrere Routing-Protokolle, die das adaptive Routing durch unterschiedliche Algorithmen unterstützen. So das Routing Information Protocol (RIP), Open Shortest Path First (OSPF), Intermediate System to Intermediate System Protocol (IS-IS), Interior Gateway Routing Protocol (IGRP) und andere. Das RIP-Protokoll, das mit Distance-Vector-Algorithmus arbeitet, legt Routingtabellen an, die sich während des Betriebs ändern. Dagegen zeichnet sich Open Shortest Path First (OSPF) dadurch aus, dass es die Verfügbarkeit der Verbindungswege erfasst, und das IS-IS-Protokoll arbeitet im Gegensatz zu den genannten mit dem Link-State-Algorithmus.

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