ZM (Zeitmultiplex)

Beim Zeitmultiplex (TDM) erfolgt die Datenübertragung der einzelnen Verbindungen in einem definierten Multiplexrahmen, in dem für jeden Übertragungskanal ein fester Zeitschlitz vorhanden ist. Die einzelnen Zeitschlitze werden nacheinander abgearbeitet. Ist eine Zeiteinheit abgelaufen, wird die Übertragung für den aktiven Kanal kurzfristig unterbrochen; die Übertragungsbandbreite steht dann dem nächsten Benutzer zur Verfügung.


Die Framelänge hängt von der Zahl der anzuschließenden Endgeräte ab bzw. ist für den Einsatz in öffentlichen Netzen in den internationalen Standards für PCM-Übertragungssysteme festgelegt. Anders als beim Frequenzmultiplex wird beim Zeitmultiplex die verfügbare Bandbreite in definierte Zeitschlitze aufgeteilt. Zeitmultiplex arbeitet ausschließlich digital, d.h. es werden mehrere digitale Eingangssignale zu einem gemeinsamen digitalen Ausgangssignal konzentriert. Die Reihenfolge, in der die Daten der einzelnen Endgeräte übertragen werden, ist ebenfalls festgelegt. Je nach der Art des Zeitmultiplex werden die Daten entweder bitweise, zeichenweise oder blockweise ineinander verschachtelt. Jeweils eine Gruppe von Bits, Zeichen oder Blöcken wird zu einem Frame zusammengefasst, wobei Anfang und Ende dieses Frames noch besonders gekennzeichnet werden, um die Synchronisierung mit der Gegenstelle zu erleichtern.

Prinzip des Zeitbereichmultiplex

Prinzip des Zeitbereichmultiplex

Die verschiedenen TDM-Verfahren

Prinzip des Zeitmultiplex 
   mit drei Signalen

Prinzip des Zeitmultiplex mit drei Signalen

Beim Zeitmultiplex unterscheidet man zwischen synchronem Zeitmultiplex (STD) und asynchronem Zeitmultiplex (ATD). Beim synchronen Zeitmultiplex werden Übertragungsrahmen definiert, die jeweils aus einer bestimmten Anzahl von Zeitschlitzen fester Größe bestehen. Jeder Benutzer bekommt einen ganz bestimmten Zeitschlitz innerhalb des Übertragungsrahmens zugeordnet, während dem er Senden bzw. Empfangen kann.

Ein Übertragungskanal ist durch die Position des Zeitschlitzes innerhalb Übertragungsrahmens eindeutig identifiziert. Der Zeitschlitz eines Kanals ist immer synchron in Bezug auf den Übertragungsrahmen. Daher auch die Bezeichnung synchrones Zeitmultiplex.

Verschiedene Multiplexverfahren

Verschiedene Multiplexverfahren

Beim asynchronen Zeitmultiplex werden die zu übertragenden Datenströme in Informationseinheiten fester oder variabler Länge umgewandelt und asynchron übertragen. Die Zuordnung der Informationseinheiten erfolgt über Kanal-Identifikationsnummern, Channel Identifier, mit der jedes Datenpaket versehen wird. Asynchrones Zeitmultiplex wird daher auch gelegentlich als Adressen-Multiplex bezeichnet. Werden bei der Übertragung Datenpakete mit variabler Länge eingesetzt, spricht man von Datenpaketvermittlung, bei fester Paketlänge hingegen von Zellen-Switching.

Eine Variante des Zeitmultiplex ist das Time Division Duplex (TDD).

Informationen zum Artikel
Deutsch: Zeitmultiplex - ZM
Englisch: time division multiplexing - TDM
Veröffentlicht: 01.11.2012
Wörter: 353
Tags: #Übertragungstechniken der Datenkommunikation
Links: Asynchron, ATD (asynchronous time division), Bandbreite, Bit (binary digit), Bitweise