Kopierschutz

Kopierschutz, Copy Protection (CP), dient dem Schutz vor unberechtigter Benutzung und Weitergabe von Informationen. Das können Text-, Grafik-, Audio- und Videodateien oder Software sein. Der Kopierschutz kann in der Informationsdatei ansetzen, aber ebenso am Speichermedium. Um das illegale Kopieren von Audio- und Videodateien ebenso wie von Speichermedien unmöglich zu machen, gibt es diverse Schutzmechanismen für analoge und digitale Informationen.


Der Kopierschutz regelt auch die Möglichkeit des Kopierens. Je nach Verfahren sind keine Kopien möglich, es kann nur eine einzige oder mehrere Kopien erstellt werden. Als Techniken für den Kopierschutz kommen vollkommen unterschiedliche Verfahren zum Einsatz: Mechanische Verfahren, Scrambling-Verfahren, Hardware-Komponenten als Dongle, die Technik mit Wasserzeichen, die Container-Technik und einige mehr.

  1. Beim Kopierschutz von Audiodateien gibt es mit der Electronic Media Management System (EMMS) ein Verfahren, das mit Wasserzeichen arbeitet. Ein anderes, das Audiosoft File Structure (ASFS), verpackt MP3-Dateien in einen Container.
  2. Der Kopierschutz für Videodateien benutzt u.a. die Scrambling-Technik, die Veränderungen im Videobild hervorruft. Beim Überspielen von Videodateien auf andere Medien werden dadurch Störungen verursacht, die eine Betrachtung unmöglich machen. Eine andere Technik setzt auf Wasserzeichen, die in der Austastlücke des Videosignals eingeblendet werden.
  3. Für DVDs gibt es mehrere Kopierschutzverfahren: Analog Protection System (APS), Analog Copy Protection System (ACPS), Content Protection for Prerecorded Media (CPPM), Content Protection for Recordable Media (CPRM), Content Scrambling System (CSS), Digital Copy Protection System (DCPS), Copy Generation Management System (CGMS), Advanced Access Content System (AACS) und die Technik mit Wasserzeichen. Darüber hinaus gibt es Techniken wie High-Bandwidth Digital Content Protection (HDCP) mit denen die Datenübertragung zwischen einer Grafikkarte oder eines Blu-Ray-Players und einem Display verschlüsselt werden und damit kopiergeschützt sind. Die HD-DVD arbeitet mit einem Kopierschutz, der sich Interactive High Definition (iHD) nennt, und mit dem der Anwender eine geschützte Kopie erstellen kann.
  4. Bei Disketten und Videokassetten gibt es einen mechanischen Kopierschutz. Bei 3,5"-Disketten ist es ein kleiner Schieber, der in der offenen Stellung den Schreibschutz gewährleistet, bei den 5"-Disketten ist es die Aussparung an der Seite, die geschlossen werden muss, und bei Videokassetten ist es die Plastikkerbe auf der hinteren Kassettenseite.
  5. Für den Kopierschutz auf Schnittstellenebene gibt es mit Digital Transmission Copy Protection (DTCP) einen Kopierschutz für Firewire resp. für die IEEE 1394-Schnittstelle. Und für die DVI-Schnittstelle wurde von Intel und Silicon Image das High-Bandwidth Digital Content Protection (HDCP) entwickelt, das auch mit VHS-Recordern, Settop-Boxen und DVD-Playern eingesetzt werden kann.
  6. Bei Dokumenten und Ausweisen mit Strichcodes, die nicht unerlaubt dupliziert werden dürfen, ist häufig ein Kopierschutz vorgesehen, der das unerlaubte Kopieren der Daten verhindern soll. Als Kopierschutz wird eine Folie auf den Strichcode geklebt, die Infrarot-durchlässig ist. Die Folie hat eine Filterfunktion mit einer Wellenlänge von 900 nm. Die für diese Anwendungen benutzten Strichcodeleser arbeiten mit einer Wellenlänge von <900 nm.

Informationen zum Artikel
Deutsch: Kopierschutz
Englisch: copy protection - CP
Veröffentlicht: 01.01.2016
Wörter: 473
Tags: #Datenschutz
Links: AACS (advanced access content system), ACPS (analog copy protection system), Analog, APS (analog protection system), ASFS (audiosoft file structure)