Austastlücke

Austastlücken sind Signalteile der klassischen, analogen Fernseh- und Videosignale. Es gibt zwei verschiedene Austastlücken: die vertikale Austastlücke, das ist die Bildaustastlücke, und die horizontale Austastlücke, das ist die Zeilenaustastlücke. In den Austastlücken erfolgt der Zeilen- und Bildwechsel, der von dem Austastsignal dunkelgetastet wird.


Das horizontale Austastsignal steuert das Fernseh- oder Videobild dann dunkel, wenn der Strahl von einem Zeilenende an den Zeilenanfang zurückgestellt wird, also während des Zeilenrücklaufs. Wenn der Strahl nach Beendigung eines Halbbildes vom unteren Bildende zum oberen Bildanfang gestellt wird, also beim Bildwechsel, wird er von dem vertikalen Austastsignal dunkel getastet. Entsprechend der Aufgabe und der Impulsbreite spricht man von den horizontalen und vertikalen Austastimpulsen und bei der Darstellung von Austastlücken.

FBAS-Zeilensignal für PAL

FBAS-Zeilensignal für PAL

Während der Austastlücke werden auch die Synchronisationsimpulse für die Horizontal- und Vertikalsynchronisation übertragen und in der vertikalen Austastung noch weitere Ausgleichsimpulse, die für einen Pegelausgleich bei der Beendigung eines Halbbildes sorgen. Darüber hinaus werden in der vertikalen Austastung der Videotext, der elektronische Programmführer (EPG) und Fernsehtestsignale übertragen.

Die Horizontalaustastung (HBI) hat nach CCIR eine Dauer von 12 µs. Das bedeutet, dass von der Zeilendauer, die 64 µs beträgt, 12 µs dunkelgetastet werden, also nur 52 µs effektiv für die Darstellung einer Zeile verwendet werden.

Vertikalaustastung beim PAL-Fernsehstandard

Vertikalaustastung beim PAL-Fernsehstandard

Nach RS-170A, in dem der NTSC-Standard festlegt ist, ist die Austastlücke 10,9 µs, die effektive Zeilendauer ist 52,66 µs, da die Gesamtzeilendauer 63,556 µs beträgt.

Die vertikale Austastung (VBI) besteht bei CCIR aus insgesamt 50 Zeilen, bei RS-170A aus 40 Zeilen. Einige davon werden für die Übertragung von Testsignalen und für Videotext verwendet. Die vertikale Austastlücke beginnt jedoch 2,5 Zeilen vor den Bildwechselimpulsen und endet 2,5 Zeilen hinter dem Bildsynchronisierimpuls.

Austastlücken resp. ANC bei analogem und digitalem Fernsehen

Austastlücken resp. ANC bei analogem und digitalem Fernsehen

In Digital-TV tritt anstelle der Austastlücke der Ancillary Data Space (ANC). Dieser ist äußerst unterschiedlich und abhängig von den entsprechenden Digital-TV-Standards. Dort heißen die adäquaten vertikalen und horizontalen Lücken Vertical Ancillary Data Space (VANC) und Horizontal Ancillary Data Space (HANC).

Informationen zum Artikel
Deutsch: Austastlücke
Englisch: blanking interval - BI
Veröffentlicht: 13.09.2017
Wörter: 346
Tags: #Video-Grundlagen
Links: Analog, ANC (ancillary data space), Austastung, CCIR (comité consultatif international des radiocommunications), Digital-TV