stereo (stereophone)

Stereofonie ist eine mehrkanalige Wiedergabetechnik für Audio. Die stereophone Wahrnehmung basiert auf der Summenlokalisation und kann durch die Signallaufzeiten und Pegelunterschiede so manipuliert werden, dass der Hörer eine virtuelle Schallquelle zwischen den beiden Lautsprechern wahrnimmt. Die Breite der virtuellen Quelle ist dabei abhängig vom Informationsinhalt beider Kanäle. Ist dieser relativ gleich, dann bildet sich eine punktförmige Quelle zwischen den beiden Lautsprechern aus, weichen die beiden Audiosignale stark voneinander ab, bildet sich eine breitere Schallquelle aus.


Die stereofone Wiedergabe

Zur stereofonen Wiedergabe werden zwei Schallquellen benutzt, die über getrennte Aufnahme-, Verstärker- und Übertragungseinrichtungen angesteuert werden. Mit der Stereofonie werden Richtungsinformationen erzeugt, mit denen der Raumklang nachgebildet wird.

Stereophone Wiedergabe mit zwei Schallquellen

Stereophone Wiedergabe mit zwei Schallquellen

Stereosysteme versuchen dem menschlichen Hörempfinden nahe zu kommen, indem sie über zwei getrennte Übertragungswege den beiden Schallquellen eine richtungsabhängige Schallinformation abstrahlen. Im Wiedergaberaum liegt dann ein plastisches Klangbild vor, das die Ortung einzelner Instrumente oder Sprecher ermöglicht.

Die einfache Stereotechnik (2.0) hat zwei Tonkanäle und zwei Lautsprecher für den linken und den rechten Kanal. Die 2.0 steht für 2 Volltonkanäle und keinen Tieftonkanal. Neben dem normalen Stereo gibt es noch das Joint-Stereo, das höher komprimiert ist, weil nur bestimmte Frequenzanteile beider Kanäle berücksichtigt werden.

Generell unterscheidet man bei der Stereofonie zwischen der Laufzeitstereofonie und der Intensitätsstereofonie. Die Unterschiede zeigen sich in der Stereo-Aufnahmetechnik und der Anordnung der Mikrofone. Bei der Laufzeitstereofonie sind die beiden Mikrofone in unterschiedlichen Abständen und in verschiedenen Winkelungen zueinander angeordnet und können auch verschiedene Richtungscharakteristiken haben. Bei diesen Anordnungen nutzt man die Laufzeiten und die Pegelunterschiede um ein optimales Klangbild für den stereofonen Raumklang zu erreichen. Die AB-Stereofonie ist ein Aufnahmeverfahren, das mit Laufzeitunterschieden arbeitet.

Dagegen setzt die Intensitätsstereofonie auf unterschiedliche Schallpegel, die auf die Mikrofone auftreffen. Bei dieser Technik sind die Mikrofone dicht beieinander oder sogar in einem Gehäuse untergebracht. Zu der Intensitätsstereofonie gehören die M/S-Stereofonie, XY-Stereofonie und das Blumlein-Verfahren. Letzteres arbeitet mit zwei Mikrofonen mit Achter-Richtcharakteristik, die einen Winkel von 90 Grad zueinander haben.

Eine weitere Aufnahmetechnik ist die Trennkörper-Stereofonie. Dabei werden zwei Kleinmembran-Mikrofone an den Seiten eines Trennkörpers angebracht, so als wären sie anstelle der Ohren, und der Trennkörper stellt den menschlichen Kopf dar. Eine vergleichbare Technik ist die Kunstkopf-Stereofonie, bei der die Mikrofone in einem Kunstkopf an der Stelle angebracht werden, an der sich beim Menschen die Ohren befinden.

Werden stereofone Aufnahmen mit mehr als zwei Mikrofonen durchgeführt, spricht man von Polymikrofonie.

Informationen zum Artikel
Deutsch: Stereofonie
Englisch: stereophone - stereo
Veröffentlicht: 26.03.2017
Wörter: 419
Tags: #Akustik-Grundlagen
Links: AB-Stereofonie, Anisotrop, Audio, Gehäuse, Joint-Stereo