Paketverlust

Bei der Datenpaketübertragung können Datenpakete beschädigt oder von überlasteten Routern nicht weitergeleitet werden. Andere Datenpakete können nicht oder nur nach erheblichen Verzögerungszeiten an den Empfänger zugestellt werden. Solche beschädigte Datenpakete werden verworfen und bringen ihre Nutzdaten nicht zum Empfänger.


Vor allem bei Echtzeitdiensten wie der Internettelefonie oder Videokonferenzen verschlechtern verzögerte Datenpakete oder der Paketverlust die Bild- und Sprachqualität. Ein nachträgliches Einfügen von verspätet eintreffenden Datenpaketen ist bei Echtzeitanwendungen nicht möglich. Bei der Sprach- und Videoübertragung ist der Verlust einzelner Datenpakete nicht zwingend wahrnehmbar, er verschlechtert allerdings die Sprachqualität. Gleiches gilt für die Verzögerung von Datenpaketen. Für die Sprachübertragung hat die ITU-T in der Empfehlung G.114 die Paketverlustrate (PLR) für die Sprachqualität spezifiziert. Danach wird eine Paketverlustrate bis zu 5 % kaum wahrgenommen.

MOS-Wert in Abhängigkeit von der Paketverlustrate (PLR) beim G.711-Codec

MOS-Wert in Abhängigkeit von der Paketverlustrate (PLR) beim G.711-Codec

Es gibt verschiedene Techniken um Paketverluste und die daraus entstehenden folgen zu kompensieren. Eine dieser Techniken ist Forward Error Correction (FEC), das auf der Bitübertragungsschicht und der Vermittlungsschicht eingesetzt wird. Die andere ist Packet Order Correction (POC), die sicherstellt, dass die Datenpakete in der richtigen Reihenfolge eintreffen. Es gibt aber auch Anwendungen, die vollkommen verlustfrei arbeiten müssen und bei denen keine Datenpakete verworfen werden dürfen. So beispielsweise Backups in Speichersystemen. Solche Anwendungen werden mit Lossless Ethernet realisiert.

Informationen zum Artikel
Deutsch: Paketverlust
Englisch: packet loss
Veröffentlicht: 10.01.2015
Wörter: 234
Tags: #Grundlagen der Datenkommunikation
Links: Bitübertragungsschicht, Datenpaket, Echtzeitanwendung, Einfügen, Empfänger