Moden

  1. In der optischen Übertragungstechnik versteht man unter Moden diskrete Lichtwellenformen, die sich im Kernglas eines Lichtwellenleiters ausbreiten, vorausgesetzt dass die Einkopplung des Lichtes in die Faser unterhalb eines bestimmten Winkels, des Akzeptanzwinkels, erfolgt. Moden verstärken sich durch Interferenzen und werden auch Eigenwellen genannt.


    Während in einer Monomodefaser nur eine einzige Mode, die Grundmode, ausbreitungsfähig ist, sind es in einer Multimodefaser viele hundert Moden, die sich u.a. durch Feldverteilung und Ausbreitungsgeschwindigkeit unterscheiden. Bei Glasfasern unterscheidet man zwischen Monomodefasern, die nur eine Mode kennt, und Multimodefasern, die viele Moden niedriger und höherer Ordnung kennt.

    Ausbreitung 
   von Lichtwellen in der Glasfaser

    Ausbreitung von Lichtwellen in der Glasfaser

    Die Moden niedriger Ordnung, Low Order Mode, sind stabiler als die höherer Ordnung, High Order Mode, weil sie sich längs des Kernglases ausbreiten. Die Moden höherer Ordnung können in engen Biegungen oder auch in LwL-Steckern verlorengehen.

  2. Moden können nicht nur im Kernglas auftreten, sondern auch im Mantelglas. Hierbei handelt es sich um unerwünschte Moden, die dann entstehen, wenn der Brechungsindex vom Mantelglas höher ist als der das Mantelglas umgebende Medium, beispielsweise von der Kunststoffbeschichtung. Daher ist der Brechungsindex der Kunststoffbeschichtung geringfügig höher als der vom Mantelglas. Dadurch werden eventuell auftretende Mantelglasmoden nach kürzester Ausbreitung eliminiert.

  3. Die Bezeichnung Moden wird auch in der Raumakustik benutzt. Es handelt sich dabei um einen Effekt, der auf akustische Reflexionen und Stehwellen zurückzuführen ist. Dabei überlagern sich die im Raum reflektierten Wellen den vom Lautsprecher abgestrahlten. Das führt dazu, dass es Positionen im Raum gibt, wo sich Schalldruckmaxima und Schalldruckminima ausbilden und der Zuhörer bestimmte Frequenzen stärker ausgeprägt und länger wahrnimmt, andere hingegen schwächer und kürzer. Dieser modale Effekt beschränkt sich auf tiefere Frequenzen von unter 300 Hz weil deren Wellenlänge etwa Raummaße haben.

Informationen zum Artikel
Deutsch: Moden
Englisch: mode
Veröffentlicht: 27.11.2016
Wörter: 303
Tags: #Lichtwellenleiter-Parameter
Links: Akzeptanzwinkel, Brechungsindex, Frequenz, Glasfaser, Hertz