CPU-Sockel

Bei den CPU-Sockeln geht die Entwicklung auf die Grundkonstellationen Single-Inline-Package und Dual-Inline-Package zurück, die in ihren Anschlussreihen ständig erweitert wurden. Die Weiterentwicklung führte zu den quadratischen Bauformen, mit allseitigen Anschlusskontakten wie beim QFP-Package. Da auch diese Bauformen den enormen Anschlussbedarf nicht auffangen konnten, wurden für Zentraleinheiten (CPU), Caches usw. Sockel entwickelt deren Anschlüsse sich in Form eines Arrays unter dem Chip befinden wie bei Ball Grid Array (BGA) und Pin Grid Array (PGA) mit ihren vielen Varianten.


Spezielle Versionen der CPU-Sockel bringen es auf über 500 Anschlussstifte, wobei die Pinbelegung eines der entscheidenden Kriterien ist, weitere sind die Taktfrequenz und die verwendete Betriebsspannung

PGA-Sockel

PGA-Sockel

Um die Vielzahl der unterschiedlichen, für die jeweiligen Zentraleinheiten (CPU) entwickelten Sockel einordnen zu können, wurde bei den CPU-Sockeln eine Bezeichnung mit Ziffern und Buchstaben eingeführt. Bei den dreistelligen Zifferbezeichnungen gibt die Ziffer die Anzahl der Anschlussstifte wieder. Einige Prozessoren werden nicht in Sockel sondern in Steckplätze, genannt Slots, gesteckt, andere ungesockelt auf die Leiterplatte gelötet.

CPU-Sockel und -Slots für klassische und moderne CPUs

Nachfolgend eine Auflistung der Sockel und Slots:

Sockel 1:ZIF-Sockel für den 80486 mit 168 Pins oder mit 169 Pins für den 80468 DX und 80468 SX. Die Versorgungsspannung ist 5 V, die max. Taktfrequenz 66 MHz.

Sockel 2: ZIF-Sockel für 80486 DX2, 80468 SX2 und Xeon. Der Sockel 2 hat 238 Anschlüsse und ist für eine Versorgungsspannung von 5V und einer maximalen Taktfrequenz von 66 MHz ausgelegt.

Sockel 3: ZIF-Sockel mit 237 Pins für 80486 DX4 mit einer Versorgungsspannung von 3,3 V oder 3,45 V und einer max. Taktfrequenz von 133 MHz. Da die 5x86 von Advanced Micro Devices (AMD) und Cyrix/IBM weniger Pins besitzen, passen sie in alle 486-Sockel.

Sockel 4: CPU-Sockel für Pentium-Prozessoren mit 60 MHz und 66 MHz interner Taktfrequenz und einer Versorgungsspannung von 5V. Der Sockel 4 hat 273 Pins und ist für eine max. Taktfrequenz von 133 MHz ausgelegt. Er wurde für den Pentium 60 und 66 entwickelt.

Übersicht 
   über die verschiedenen CPU-Sockel

Übersicht über die verschiedenen CPU-Sockel

Sockel 5: ZIF-Sockel mit 320 Pins für Pentium-Prozessoren von 60 MHz, 66 MHz, 75 MHz, 90 MHz und 133 MHz Taktfrequenz und einer Versorgungsspannung von 3,3 V bis 3,5 V. Eingesetzt wurde er mit Pentium-CPUs mit 75 MHz, 90 MHz und 100 MHz.

Sockel 6: Sockel 6 mit 235 Pins wurde nie eingesetzt.

Sockel 7: ZIF-Sockel 7 wurde von AMD und Cyrix spezifiziert und eignet sich für Pentium MMX mit 133 MHz bis 266 MHz, sowie für andere Pentium-Prozessoren mit Taktfrequenzen zwischen 75 MHz und 200 MHz. Sockel 7 ist der gängigste Sockel für die K5- und K6-Prozessoren von AMD, Cyrix M2, IBM 6x86MX, IDT Winchip und andere. Der Sockel hat 321 Pins, kann bis zu Taktfrequenzen von 500 MHz eingesetzt werden und ist seit 1999 Standard, neben Slot 1.

Sockel 7 S: Dieser Sockel gleicht dem Sockel 7, hat allerdings wesentlich verbesserte Spezifikationen. So kann der AMD-Prozessor K6-2+ mit 128 KBLevel-2-Cache mit 500 MHz Taktrate betrieben werden, ebenso der K6-2 mit bis zu 500 MHz und der K6-III mit 400 MHz bis 450 MHz. Darüber hinaus die CPUs Cyrix MII, PR mit 333 MHz und 366 MHz sowie von IDT der W2A mit 266 MHz und 300 MHz. Der Super Sockel 7 besitzt 21 Kontakte, ist aber für 100 MHz Systemtakt und AGP-Grafikkarten spezifiziert.

Sockel 8: In diesem Sockel passt nur der Pentium Pro von Intel. Sockel 8 hat 387 Pins und ist für Taktfrequenzen bis 333 MHz ausgelegt.

PGA-Sockel 
   370

PGA-Sockel 370

Sockel 370: Sockel mit 370 Pins für Celeron, Pentium III und Cyrix III. Den Sockel 370 gibt es in PGA, PPGA und FC-PGA mit Taktraten bis hin zu 800 MHz. Die CPUs haben ein Level-2-Cache.

Sockel 417: Der Sockel 417 hat 417 Pins und eignet sich für die 64-Bit-CPU Itanium von Intel und HP. Beim Sockel 417 sind die Signal- und Stromversorgungs-Pins voneinander abgeschirmt, wodurch Signale mit Taktraten von über 2 GHz übertragen werden können.

Sockel 423: Mit 423 Pins für Pentium 4. Der Sockel ist als ZIF ausgeführt und kann für Taktfrequenzen von bis zu 2 GHz eingesetzt werden.

Sockel 441: Prozessorsockel für den Atom-Prozessor. Dieser wird in Subnotebooks, UMPCs, Netbooks und Nettops eingesetzt.

Sockel 478: Dieser Sockel mit 478 Pins ist für den Pentium 4 und den Celeron IV. Er ist für maximale Taktfrequenzen von 3,066 GHz ausgelegt.

Sockel 603: Der Sockel 603 ist der Basissockel für Multiprozessor-PCs mit bis zu acht CPUs und Taktraten von mindestens 1 GHz. Der Frontside Bus (FSB) hat eine Taktfrequenz von 400 MHz. Es handelt sich um einen ZIF-Sockel mit 603 Anschlusskontakten.

Anschlussschema des CPU-Sockels 754

Anschlussschema des CPU-Sockels 754

Sockel 604: Der Sockel 603 ist der Basissockel für Multiprozessor-PCs mit bis zu acht CPUs und Taktraten von mindestens 1 GHz. Der Frontside Bus (FSB) hat eine Taktfrequenz von 533 MHz.

Sockel 754: Für AMD Athlon 64 (Clawhammer) mit einer Taktfrequenz von 2 GHz. Mit diesem Sockel kam ein Single-Channel-Controller in die CPU.

Sockel 940: Ein Sockel mit 940 Anschlüssen für den Opteron von AMD. Die maximale Taktfrequenz beträgt 1,8 GHz.

Sockel 775 mit aufgeklapptem Andruckrahmen

Sockel 775 mit aufgeklapptem Andruckrahmen

Sockel 775: Dieser Sockel wurde für Pentium 4 mit Taktfrequenzen zwischen 2,8 GHz und 3,6 GHz entwickelt und wird auch vom Core-2-Prozessor benutzt. Es handelt sich um einen LGA-Sockel mit 775 Pins, der sich durch mehr Masseleitungen und einer besseren Stromzufuhr auszeichnet. Außerdem hat der Sockel 775 Vorteile beim Einsetzen der Zentraleinheit. Zu diesem Zweck wird der Sockel 775 aufgeklappt, die Zentraleinheit hineingelegt und der Rahmen um die CPU geschlossen. Dieser erzeugt den notwendigen Anpressdruck für die Kontakte.

Sockel 
   775 mit Andruckrahmen

Sockel 775 mit Andruckrahmen

Sockel 939: Dieser Sockel wurde für den Doppelkernprozessor Doppel-Athlon (Athlon 64x2) entwickelt und brachte den zweiten Kanal.

Sockel 1366: Der Sockel 1366 wurde für den Core i7 von Intel entwickelt. Bei diesem Prozessor haben sich die Signalleitungen wesentlich erhöht, weil jede der 20 Quick Path Interconnect (QPI) aus zwei 20 Bit breiten Kanälen besteht. Insgesamt hat der i7-Sockel 1366 Pins. Bei der Befestigung wird der Prozessor in den Sockel gedrückt und mit einem Hebel arretiert.

Sockel A: Der ZIF-Sockel A ähnelt dem Sockel 370 ist mit diesem aber nicht kompatibel. Sockel A ist ein PGA-Sockel mit 462 Pins und eignet sich nur für AMD-Prozessoren Duron, Athlon, Spitfire mit 800 MHz CPU-Takt, Thunderbird mit 1 GHz CPU-Taktfrequenz und Mustang.

Sockel M: Ebenso wie der Sockel A ist der Sockel M ein ZIF-Sockel, allerdings mit 478 Kontakten. Er hat allerdings im Gegensatz zum Sockel 478 eine andere Pin-Belegung. Der Sockel M wird für Intels ULV-Prozessoren Celeron M, Core-2 Solo und Duo eingesetzt, wird aber zunehmend von dem CPU-Sockel P abgelöst.

Sockel P: Der CPU-Sockel P löst den Sockel M ab. Er wurde für ULV-Prozessoren entwickelt. Er wird in Verbindung mit den Intel-CPUs Core-2-Duo, Core-2-Extreme und Pentium Dual-Core (Mobil) eingesetzt.

Bei den Slots sind die CPUs senkrecht montiert.

Slot 
   1

Slot 1

Slot 1: Slot 1 hat 242 Pins und ist vergleichbar einem Erweiterungssteckplatz. Er wurde mit der Entwicklung des Pentium II eingeführt und kann auch den Pentium III aufnehmen, sowie die Celeron-Prozessoren. Die CPU befindet sich zusammen mit dem Level-1-Cache und dem Level-2-Cache auf der Leiterpatte in einem Modul. Slot 1 ist für maximale Taktfrequenzen von 1 GHz ausgelegt.

Slot 2: Der Slot 2 ist der Highend-Prozessorsockel für Intels Multiprozessoren Pentium II Xeon und Pentium III Xeon.

Slot A: Slot A hat wie Slot 1 242 Pins, ist vom Design her aber spiegelverkehrt. Dieser Slot eignet sich für den Athlon von Advanced Micro Devices (AMD) und ist für maximale Taktfrequenzen von 1 GHz ausgelegt.

Slot M: Um eine möglichst hohe Bandbreite zu erzielen werden bei diesem Slot die Masseleitungen über einen Extra-Stecker direkt an das CPU-Gehäuse geführt. Der Slot M wird für die Intel-Prozessoren IA-64, Merced, eingesetzt.

Informationen zum Artikel
Deutsch: CPU-Sockel
Englisch: CPU socket
Veröffentlicht: 10.04.2012
Wörter: 1207
Tags: #Packages, Sockel
Links: 80486, Anschluss, Array, Athlon, Atom-Prozessor