Bandbreite

  1. In der Nachrichten-, Audio- und Hochfrequenztechnik wird die Bandbreite für einen Frequenzbereich angegeben. Die Bandbreite ist dabei der Frequenzbereich, in dem elektrische Signale mit einem Amplitudenabfall von bis zu 3 dB übertragen werden. Es handelt sich um die Frequenzdifferenz zwischen der oberen und der unteren Frequenz, die einen Amplitudenabfall von 3 dB haben.


    Je größer die Bandbreite, desto mehr Informationen können theoretisch in einer Zeiteinheit übertragen werden. Bei analogen Systemen wird die Bandbreite in Hertz (Hz), bzw. kHz oder MHz angegeben.

    Bandbreite von schmal- und breitbandiger Übertragung

    Bandbreite von schmal- und breitbandiger Übertragung

  2. Neben der Bandbreite, die sich auf den 3-dB-Punkt bezieht, gibt es auch eine Bandbreite, die als prozentuale Bandbreite bezeichnet wird. Diese selten benutzte prozentuale Bandbreite bezieht sich auf die Differenz zwischen tiefster und höchster Frequenz (Ft, Fh), die 100 % entspricht und durch die Mittenfrequenz dividiert wird, die sich aus dem Mittelwert zwischen höchsten und tiefster Frequenz ergibt. Nach dieser Definition kann die Bandbreite Werte von über 100 % annehmen.
  3. Auch bei der Übertragung digitaler Signale wird oft synonym der Begriff Bandbreite verwendet, obwohl in der Regel die Übertragungsrate oder Datenrate gemeint ist. Es gibt allerdings einen Zusammenhang zwischen der Bandbreite und der Übertragungsrate, da bei der Datenübertragung die erreichbare Übertragungsgeschwindigkeit von der Bandbreite und der Codierung abhängen. Wird pro Hertz ein Bit codiert, dann entspricht die Übertragungsrate in Bit pro Sekunden (bit/s) dem Bandbreitenwert. Bei 100 MHz wären dies 100 Mbit/s, werden zwei Bits pro Hertz codiert ergibt sich ein Wert von 200 Mbit/s. Dieser doppelte Wert ergibt sich, wenn in jeder Halbwelle des Sinussignals ein Bit übertragen wird.
  4. In der Speichertechnik verwendet man den Begriff Bandbreite oder Speicherbandbreite für die Datentransferrate von Speicherbausteinen. Diese Datentransferrate ergibt sich durch die Multiplikation aus der Taktfrequenz und der Wortlänge. Nach dieser Definition hat ein Speicherchip mit einer Taktrate von 200 MHz und einer Wortlänge von 8 Byte eine Bandbreite von 1,6 GB/s.
  5. In der Displaytechnik bei Monitoren beschreibt die Bandbreite, hier auch Pixeltakt genannt, welche Auflösung ein Monitor bei welcher Bildwiederholfrequenz darstellen kann. So ergibt sich beispielsweise bei VGA mit 640 x 480 Pixeln und einer Bildwiederholfrequenz von 60 Hz eine Bandbreite von 18,43 MHz.

Informationen zum Artikel
Deutsch: Bandbreite
Englisch: bandwidth - BW
Veröffentlicht: 15.08.2012
Wörter: 353
Tags: #Übertragungstechniken der Datenkommunikation #Kenngrößen der Nachrichtentechnik
Links: 480 Zeilen, Analog, Auflösung, Bildwiederholfrequenz, Bit (binary digit)