Adobe Air

Mit Adobe Integrated Runtime (AIR) stellt Adobe eine plattformunabhängige Laufzeitumgebung für sogenannte Rich Internet Applikationen (RIA) bereit - das sind interaktive Benutzeroberflächen die u.a. Internet-Techniken nutzen. AIR steht unter dem u.g. Link - derzeit in der Version 1.5.3 - für die Betriebssysteme Windows, Linux und Mac OS X zum kostenlosen Download bereit. Mit Adobe AIR ist es möglich, eingeführte Web-Techniken wie HTML, JavaScript, AJAX, Flash sowie Flex unabhängig von einem Browser auch für Desktop-Applikationen zu verwenden. Mit AIR werden die klassischen Schranken zwischen Desktop- und Web-Applikationen vollständig aufgehoben. Seit November 2009 ist auch eine Beta Version von Adobe AIR 2.0 in den Adobe Labs verfügbar

Vorteile von Adobe Air

Ein Vorteil im Einsatz von AIR besteht sicherlich darin, dass bestehendes Wissen - insbesondere von Entwicklern aus den Bereichen HTML, JavaScript, Scalable Vector Graphics (SVG), Flash und Flex - zielgerichtet für die Entwicklung von Desktop-Anwendungen genutzt werden kann, ohne dass diese zuvor in einen Web-Browser eingebettet werden müssen. In diesem Zusammenhang wird auch von AIR als einem Container gesprochen, in welchen dann diese klassischen Web-Techniken integriert werden können. Aus Sicht des Anwenders erweitern sich dessen Möglichkeiten beispielsweise dahingehend, dass Applikationen nun nicht mehr separat heruntergeladen werden müssen, sondern direkt aus dem Web installiert und ausgeführt werden können. Applikationen können über die Grenzen von Betriebssystemen hinweg mit oder ohne Browser ausgeführt werden und miteinander in Verbindung stehen. So können mit einer Anwendung nahezu alle Betriebssysteme unabhängig von Desktop- oder Web-Applikation bedient werden.

Durchaus gibt es aber auch kritische Aspekte im Hinblick auf die Verwendung von AIR-Anwendungen, da diese sowohl Verbindung mit dem Internet aufnehmen können als auch die Möglichkeit zum direkten Eingriff in das lokale Dateisystem besteht. Sicherheitsfachleute argumentieren diesbezüglich, dass dadurch AIR-basierte Malware über das Internet beispielsweise sicherheitskritische Software auf das betreffende System lädt. In diesem Zusammenhang hat Adobe ein Sandbox-Konzept mit zwei verschiedenen Sicherheitszonen definiert:

  1. Vertrauenswürdige AIR-Applikationen, die Zugriff auf die Programmierbaren Schnittstellen von AIR haben.
  2. Unsichere AIR-Applikationen, die isoliert werden.

Ebenso in dieses Sicherheitsmodell integriert ist das Signieren von Applikationen. Dabei generiert eine nur vom Entwickler der AIR-Applikation signierte Version vor der Installation eine Warnmeldung; diese kann dann allerdings gesteuert durch den Benutzer leicht übergangen werden.

Die Entwicklungsschnittstelle von Adobe Air

Die Schnittstelle für den AIR-Entwickler ist ein Application Programming Interface (API). Dieses umfasst neben den bereits genannten Funktionen zum Zugriff auf das lokale Dateisystem, das Zusammenwirken mit SQLite-Datenbanken, den Aufbau von TCP/IP-Verbindungen, die Nutzung von Binary Sockets, die Assoziierung von Dateitypen mit einer AIR-Anwendung, Drag-und-Drop-Funktionen sowie Funkionen zum Kopieren und Einfügen.

Mit der Version 2 von AIR sollen laut Adobe zusätzliche Funktionen für den Desktop erstellt werden können. Darüber hinaus sind eine verbesserte Unterstützung von Massenspeichergeräten , von nativen Applikations-Prozessen, von Peer-to-Peer-Verbindungen und eine effizientere Nutzung der CPU-Leistung vorgesehen. Einen zusätzlichen Rahmen nehmen die Verbesserung der Barrierefreiheit und die Unterstützung von Multi-Touchscreens ein.

Informationen zum Artikel
Deutsch: Adobe Air
Englisch: Adobe integrated runtime - AIR
Veröffentlicht: 08.11.2013
Wörter: 506
Tags: #Web-Software
Links: Adobe Flex, AIR (additive increase rate), AJAX (asynchronous JavaScript and XML), API (application programming interface), Aspekt
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