Zeitbereichsreflektometrie

Die Zeitbereichsreflektometrie (TDR) ist ein Messverfahren zur Fehlerortung und Fehleranalyse in Übertragungskabeln. Vom Prinzip her wird bei der Zeitbereichsreflektometrie die Laufzeit in physikalischen Medien zur Ermittlung des Fehlerortes herangezogen; die Fehleranalyse kann aus der Form der Reflexion abgeleitet werden.


Dem Verfahren nach wird ein Sprungimpuls oder ein Einzelimpuls in die Übertragungsleitung geschickt. Der Impuls durchläuft das Kabel und wird an Unebenheiten des Kabels, wie Impedanz- oder Reaktanzänderungen, teilweise reflektiert. Der reflektierte Impulsteil läuft im Kabel zurück zur Einspeisestelle, wo er ausgewertet wird.

Oszilloskopische Darstellung einer TDR-Messung

Oszilloskopische Darstellung einer TDR-Messung

Das zeitliche Auflösungsvermögen der TDR-Messung, also die Möglichkeit dicht nebeneinander liegende Stoßstellen noch zu unterscheiden, kann durch kürzere Anstiegszeiten erhöht werden. TDR-Verfahren mit höherer Auflösung werden als High Definition Time Domain Reflectometry (HDTDR) bezeichnet. Von HDTDR spricht man, wenn die Testimpluse eine Pulsbreite von 2 ns haben. Das Auflösungsvermögen hängt allerdings auch von der Eigenanstiegszeit des TDR-Messgeräts ab. Hat beispielsweise ein Oszilloskop eine Eigenanstiegszeit von 0,7 ns, dann kann es zwei reflektierte Impulse im Abstand von 5,2 cm auflösen. Basis dieser Berechnung ist die Näherungsformel Abstand = Lichtgeschwindigkeit x Eigenanstiegszeit/4.

Dieses Auflösungsverhalten reicht meistens für Messungen an Kabeln, Untersuchungen an HF-Steckern hingegen sind nur mit HDTDR möglich, da sie nur mit Eigenanstiegszeiten im Pico-Sekundenbereich untersucht werden können.

Informationen zum Artikel
Deutsch: Zeitbereichsreflektometrie
Englisch: time domain reflectometry - TDR
Veröffentlicht: 27.09.2010
Wörter: 218
Tags: #Messungen
Links: Anstiegszeit, Auflösung, Domäne, HD (high definition), HF-Stecker