Magnetband

Magnetbänder (MT) dienen zum Aufzeichnen, Wiedergeben und Löschen von Informationen. Sie werden in Bandlaufwerken als Speichermedium für Digitaldaten eingesetzt und für die Speicherung von analogen Signalen, von Audio- und Videosignalen.



Das Trägermaterial der Magnetbänder besteht aus einer nur einige Mikrometer (4 µm bis 10 µm) dünnen zugfesten Polyesterfolie, wie Terylen oder Mylar. Auf diese flexible Trägerfolie wird eine magnetisch wirksame Schicht aus Eisenoxid oder Chromdioxid aufgebracht. Die Schichtstärke liegt bei nur wenigen Mikrometern (etwa 2 µm). Hierzu werden die Oxid-Kristalle, die früher unter 1 µm klein waren, zwischenzeitlich auf weniger als 10 nm verkleinert wurden, mit einem Bindemittel versehen und auf die Trägerfolie aufgebracht. Die verwendeten Oxid-Kristalle sind nadelförmig mit einem Längen-Seitenverhältnis von etwa 1:10.

Magnetbandspulen, Foto: Robotron Technik

Magnetbandspulen, Foto: Robotron Technik

Beim Magnetisierungsvorgang werden die Oxyd-Kristalle durch das magnetische Feld eines Magnetkopfes ausgerichtet und beharren in ihrer Remanenz. Die Hysterese der Oxid-Teilchen hat eine hohe Remanenz und Koerzitivkraft. Beim Auslesen kommt nur die Remanenz zum Tragen, da die Magnetfelder des Lesekopfes keine Magnetisierung über die Koerzitivkraft vornehmen. Erst beim Löschvorgang werden sehr starke Magnetfelder angelegt, damit die Oxid-Kristalle aus der Remanenz in einen anderen Zustand übergehen.

In Bandlaufwerken werden digitale Daten mittels Codierverfahren auf dem Magnetband gespeichert. Für die Codierung der Daten werden Return to Bias (RB), Return to Zero (RZ) sowie die verschiedenen NRZ-Verfahren, wie NRZ-L, NRZ-M und NRZ-S eingesetzt.

Magnetbänder gibt es als Videokassetten oder in Cartridges. Sie sind den Anwendungen entsprechend unterschiedlich in der Breite. So gibt es Magnetbänder in 2"-, 1"-, 3/4"-, 1/2"-, 3/16"-, 1/8"- und 8-mm-Ausführungen.

Die Qualität einer Magnetbandaufzeichnung wird durch das Magnetband, dessen Oberflächenrauhigkeit, der Größe der Magnetpartikel, der Magnetspurbreite und der Magnetisierbarkeit bestimmt. Hinzu kommen die Eigenschaften des Magnetkopfes wie dessen Spaltbreite und die Bandgeschwindigkeit. Bei Audio-Aufnahmen verschlechtert sich bei hohen Bandgeschwindgkeiten von 38 cm/s oder 76 cm/s der Frequenzbereich für die Basswiedergabe. Bei langsamerem Bandlauf werden die tiefen Frequenzen besser wiedergegeben.


Informationen zum Artikel
Deutsch: Magnetband
Englisch: magnetic tape - MT
Veröffentlicht: 08.06.2015
Wörter: 325
Tags: #Bandlaufwerke #Audio-Komponenten
Links: Analog, Bandlaufwerk, cartridge, Codierung, Daten