Intelligentes Netz

Bei dem intelligenten Netz (IN) handelt es sich um ein Netzwerkkonzept, bei dem die Vermittlungssteuerung vom technischen Vermittlungsvorgang getrennt ist. Ziel dieses Konzeptes ist es, eine offene Plattform für die Entwicklung, Bereitstellung und das Management von Diensten bereitzustellen.


Das intelligente Netz soll netz-, dienst- und herstellerunabhängig sein. Dazu müssen neue Dienste schnell und unabhängig von dem Trägernetzwerk implementiert werden können und darüber hinaus muss es über einheitliche Protokolle und Schnittstellen verfügen. Die Dienstkonfigurationen sind in einer zentralen Datenbank abgelegt, sind jederzeit abrufbar und müssen nicht in allen Netzwerkkomponenten implementiert werden. Daher können auch individuelle, kundenspezifische Dienste kurzzeitig realisiert werden. Die Bereitstellung eines TK-Dienstes wird entkoppelt vom physikalischen Vermittlungsnetz gesteuert.

Das intelligente Netz in Dienste-orientierter Architektur

Ein intelligentes Netz ist also keine spezielle physikalische Netzplattform, sondern eine zusätzliche diensteorientierte Architektur, die auf einer bereits vorhandenen Netzwerk-Infrastruktur aufsetzt und diese mit zusätzlichen Leistungsmerkmalen ausstattet. Diese Leistungsmerkmale werden zentral verwaltet. Es handelt sich aus Anwendersicht um eine Vielzahl von Leistungs- und Komfortmerkmalen, die eine Optimierung der Telekommunikationsabläufe ermöglichen.

Intelligente Netze sind daher vom Ansatz her flexibler als bisherige vermittelte Netze, weil sie die funktionalen Elemente der Vermittlung und des Dienstes voneinander trennen. Darüber hinaus sind sie unabhängig von den angebotenen Diensten und den vorhandenen Netzen. Die Vermittlungsfunktionen sind bei dem Konzept der intelligenten Netze nicht mehr ausschließlich in den bekannten Vermittlungsstellen konzentriert, sondern werden von einem speziellen Rechner ausgeführt, zu dem ein leichterer Zugang besteht als zu den Vermittlungsstellen. Bei der Trennung der Funktionen von Vermittlung und Dienst spricht man von einer verteilten Dienstmerkmalsteuerung.

Intelligente Netze und die Generierung neuer Dienste

Komponenten der IN-Architektur

Komponenten der IN-Architektur

Intelligente Netzwerke können dank ihres IN-Schichtenmodells, dem Intelligent Network Conceptional Model (INCM), und ihrer dienstneutralen Software schnell neue Dienste generieren. Der wesentliche Unterschied zu allen bisherigen Netzwerkkonzepten liegt also in den Möglichkeiten der schnellen netzwerkunabhängigen Dienste-Integration. So können Dienste über eine einfache Beschreibung definiert werden. Das erfolgt über die so genannte Service Plane (SP) mittels unabhängiger Service-Blöcke (SIB) in der Global Functional Plane (GFP) oder über die Distributed Functional Plane (DFP), die mit im Netz verteilten Funktionseinheiten arbeitet.

Die Empfehlungen der internationalen Fernmeldeunion (ITU) beschreiben unter Q.1200 die intelligenten Netze.

Informationen zum Artikel
Deutsch: Intelligentes Netz
Englisch: intelligent network - IN
Veröffentlicht: 12.11.2013
Wörter: 378
Tags: #Next-Generation-Netze
Links: Architektur, Datenbank, DFP (distributed functional plane), Dienst, GFP (global functional plane)