IPS (in-plane switching)

Bei Flachbildschirmen treten bei größeren Betrachtungswinkeln zunehmend Qualitätseinbußen hinsichtlich der Schärfe, der Farbintensität und des Kontrasts auf. Die Farbverfälschungen können in beiden Betrachtungsachsen unterschiedlich stark sein, sie sind aber besonders ausgeprägt in diagonaler Sichtrichtung. Alle diese Effekte hängen ursächlich mit der Anordnung der Flüssigkristalle zusammen.


Durch konstruktive Maßnahmen und eine andere Ausrichtung der Flüssigkristalle werden diese vorwiegend in der TN-Technologie auftretenden Farbverfälschungen verringert. Eine dafür entwickelte Technik ist das In-Plane Switching (IPS) mit dem in allen Sichtrichtungen Betrachtungswinkel von 160 ° erreicht werden, ohne nennenswerte Verschlechterung des Kontrasts und der Schärfe. Außerdem ist die dargestellte Farbqualität gleichbleibend, selbst dann, wenn man das Bild aus extremen Betrachtungswinkeln betrachtet.

Bei der IPS-Technik befinden sich die Elektroden nebeneinander in einer Ebene, parallel zur Bildschirmoberfläche. Wird an die Elektroden eine Spannung angelegt, richten sich die Flüssigkeitsmoleküle in der Bildschirmebene parallel zu den Feldlinien und den Substratoberflächen aus - deswegen auch die Bezeichnung In-Plane - wohingegen sie sich bei Twisted Nematic (TN) schraubenförmig um 90 Grad drehen. Mit dieser Technik wird die Kontrastminderung bei größeren Betrachtungswinkeln reduziert.

In-Plane-Switching und deren Varianten

Die IPS-Technologie gibt es in vielfältigen herstellerspezifischen Varianten. So Super-IPS, S-IPS, das 1998 von Hitachi entwickelt wurde und sich durch eine kürzere Refresh-Rate auszeichnet und keine Farbverfälschungen hat, das Advanced Super IPS, AS-IPS, von Hitachi 2002 vorgestellt, das ein verbessertes Kontrastverhältnis und eine hohe Durchlässigkeit hat, Advanced High Performance IPS, (AH-IPS), von LG Display für kleinere Displays für Smartphones und Tablets, IPS-Provectus (IPS-Pro) von IPS Alpha Technology, das sich durch einen verbesserten Kontrast und vor allem durch einen größeren Farbraum auszeichnet, das Horizontal IPS (H-IPS) das mit verdrillten Elektroden für ein verbessertes Kontrastverhältnis und mit einem optionalen Weiß-Polarisationsfilm für eine natürlichere Weißwiedergabe sorgt, und das 2009 entwickelte Enhanced IPS (E-IPS) das eine weitere Apertur für eine effizientere Lichtstrahlung hat. Dadurch kann E-IPS mit geringerer Leistung und einfacherer Hintergrundbeleuchtung betrieben werden.

Die IPS-Technologie wird u.a. in diversen Monitoren und Displays eingesetzt und von Apple als Retina-Display in verschiedenen stationären und mobilen Geräten.

Informationen zum Artikel
Deutsch: IPS-Display
Englisch: in-plane switching - IPS
Veröffentlicht: 09.02.2017
Wörter: 359
Tags: #Displays
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