BIF (Biegeoptimierte Faser)

Bei der Verlegung von Lichwellenleitern spielen die Spezifikationen für den Biegeradius eine entscheidende Rolle, weil bei Unterschreiten des Biegeradius´ bestimmte LwL-Kennwerte wie beispielsweise die Dämpfung nicht mehr eingehalten werden können. Für entsprechende Anwendungen gibt es Multimodefasern und Monomodefasern mit einem äußerst geringen Biegeradius: Biegeoptimierte Fasern (BIF) und Bend-Insensitive Multimode Fiber (BIMMF).

Zur Verbesserung der Biegeradien und zur Beibehaltung der standardisierten Spezifikationen setzen die Hersteller auf innovatives Kerndesign. Durch diese Maßnahmen werden beispielsweise im Falle der Multimodefasern Kennwerte wie die Dämpfung oder die numerische Apertur kaum beeinträchtigt, so dass die OM-Klassen weiterhin erfüllt werden und die volle Kompatibilität zu installierten Lichtwellenleitern sichergestellt ist. Da die Hersteller unterschiedliche Kerndesigns benutzen, gibt es auch Unterschiede in den übertragungstechnischen Leistungen.

So verwendet beispielsweise die Bend-Insensitive Multimode Fiber (BIMMF) bei den Gradientenfasern für das Kerndesign einen Brechungsindex bei dem Moden auch bei engem Biegeradien nicht aus dem Kernglas austreten können. Gleichzeitig werden bei dem Design wichtige Entwurfsparameter wie der Kerndurchmesser, die numerische Apertur und Bandbreite sichergestellt.

Was den Biegeradius im Allgemeinen betrifft, so gilt als Faustformel, dass der kleinste Biegeradius dem zehnfachen des Kabeldurchmessers betragen sollte. Danach hätte ein 5 mm dünnes LwL-Kabel einen kleinsten Biegeradius von 5 cm. Durch das geänderte Kerndesign werden Biegeradien zwischen 2,5 mm für Monomodefasern und 10 mm für Multimodefasern erreicht.

Informationen zum Artikel
Deutsch: Biegeoptimierte Faser - BIF
Englisch: bend-insensitive multimode fiber - BIMMF
Veröffentlicht: 28.08.2020
Wörter: 224
Tags: LwL-Eigenschaften
Links: Bandbreite, Biegeradius, Brechungsindex, Dämpfung, gaming