FO (Lichtwellenleiter)
LwL (fiber optics)
Der Lichtwellenleiter (LwL) ist in DIN 47002 und VDE 0888 genormt und besagt, dass es sich um einen Leiter handelt, in dem moduliertes Licht übertragen wird.
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Lichtwellenleiter mit Aramidgarn und Kabelaußenmantel ![]() |
Der LwL kann aus Glasfaser oder Kunststoff bestehen und zeichnet sich u.a. durch seine extrem hohe Übertragungsrate aus, die bis zu mehreren Milliarden bit/s betragen kann. Die Übertragungstechnik auf Lichtwellenleitern basiert auf einer Intensitätsmodulation, die in Form einer Amplituden-, Frequenz- oder Phasenmodulation erfolgt.
Eine Erhöhung der Übertragungskapazität ist durch die Modulation unterschiedlicher Lichtwellenlängen möglich. Diese Verfahren heißen Wellenlängenmultiplex (WDM und DWDM) und erhöhen je nach Anzahl der benutzten Wellenlängen die Übertragungskapazität eines Lichtwellenleiters erheblich. Theoretisch sind bei Monomodefasern Bandbreiten von über 50 THz erzielbar.
Des Weiteren sind LwL unempfindlich gegenüber elektromagnetischen Störungen, weitestgehend abhörsicher und haben, wenn sie aus Glas bestehen, extrem geringe Dämpfungswerte.
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Aufbau von Lichtwellenleitern ![]() |
Dem Aufbau nach besteht ein Glasfaser-Lichtwellenleiter aus einem zylindrischem Kern, einem ihn umgebenden Mantel und der Beschichtung. Optischer Kern (Core) und optischer Mantel (Cladding) sind aus hochreinem Quarzglas mit unterschiedlichen Brechungsindizes. Bei allen Quarz/Quarz-Fasern sind Kern- und Mantelglas mechanisch nicht trennbar miteinander verbunden. Dabei wird die Struktur bereits bei der Herstellung vor dem Faserziehen festgelegt. Die äußere Beschichtung, die Primärbeschichtung bildet eine mechanisch widerstandsfähige Schutzschicht. Sie ist umgeben von der Sekundärbeschichtung, die nicht zwangsläufig mit der Glasfaser verbunden ist.
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LwL mit verschiedenen Moden ![]() |
Im Kern eines Lichtwellenleiters breiten sich Lichtanteile unterschiedlicher Einstrahlungswinkel aus. Damit ein Lichtstrahl im Kern überhaupt geführt werden kann, muss er an den Grenzfläche zwischen Kernglas und Mantelglas reflektiert werden. Und zwar immer zum Kernglas hin. Eine solche Reflexion erfolgt nur, wenn der Brechungsindex des Kernglases größer ist als der des Mantelglases und wenn der Einkoppelwinkel des Lichtes auf die Faserstirnfläche kleiner ist als der maximale Akzeptanzwinkel. Dabei entstehen durch häufige Reflexion an der Grenzschicht zwischen Kernglas und Mantelglas Lichtwellen unterschiedlicher Laufzeit, so genannte Moden. Lichtwellen, die einen längeren Weg in der Faser zurücklegen, werden auch als Lichtstrahlen hoher Mode bezeichnet, Lichtwellen, die nahe entlang der Faserachse geführt werden, als Strahlen niedriger Mode.
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Aufbau und Brechungsprofil der Monomodefaser ![]() |
Tragen bei einem Lichtwellenleiter mehrere Moden zur Signalübertragung bei, werden sie auch als Multimodefasern bezeichnet. Lichtwellenleiter, bei denen durch einen sehr kleinen Kerndurchmesser (etwa 5 µm oder 10 µm) lediglich ein Mode, der quasi die Achse des Kerns darstellt, durchgelassen wird, werden als Monomodefaser bezeichnet.
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Aufbau und Brechungsprofil der Stufenindex-Profilfaser ![]() |
Bei Multimodefasern kann man noch eine weitere Unterscheidung in Bezug auf die Art des Brechungszahlverlaufes innerhalb der Faser machen. Man unterscheidet zwischen Stufenindex- und Gradientenindex-Profilfasern. Bei Stufenindexfasern besitzen Kern und Mantel eine feste Brechzahl, die Dichten der jeweiligen Materialien sind jeweils konstant.
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Aufbau und Brechungsprofil der Gradientenfaser ![]() |
Die Gradientenfaser weist einen parabolischen Brechzahlverlauf im Kern auf. Unterschiedlich laufende Strahlen in einer Stufenindex-Profilfaser legen unterschiedlich lange Wege in der Faser zurück. Da bei einer solchen Faser die Phasengeschwindigkeit der Strahlen konstant ist, haben die verschieden transportierten Strahlen auch unterschiedliche Laufzeiten.
Die Auswirkungen der Dispersion führen insbesondere bei großen Medienlängen bzw. hohen Datenraten zu einer sehr starken Veränderung des Ausgangssignals bezogen auf das Eingangssignal. Um die entstehenden Laufzeitunterschiede zu umgehen, wurde die Gradientenindex-Profilfaser konzipiert. Es handelt sich hierbei um eine Multimodefaser mit einem parabolischen Brechzahlverlauf im Kern. In diesen Fasern ist die Strahlbahn der Moden nicht mehr geradlinig, sondern nahezu sinusförmig. Gängige zum Teil genormte Fasern (z.B. durch ITU, Deutsche Norm VDE 0888) verfügen über einen Kerndurchmesser von 50 µm, 62,5 µm, 85 µm bei einem Manteldurchmesser von 125 µm.
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Übertragungsraten von Lichtwellenleitern in Abhängigkeit von der Entfernung ![]() |
Damit Lichtwellenleiter für Gigabit-Ethernet und 10-Gigabit-Ethernet eingesetzt werden können, wird die Qualität von Lichtwellenleitern klassifiziert, ähnlich den Class-Spezifikationen von Kupferkabeln. Der Entwurf von ISO/IEC qualifiziert Gradientenindex-Profilfasern in drei OM-Klassen, die OM1, OM2 und OM3 heißen und Monomodefasern in einer OS-Klasse: OS1. Innerhalb der Klassen unterscheidet man bei der Einspeisung zwischen Leuchtdiode und Laserdiode. So hat OM3 eine Bandbreite von 2.000 MHz x km bei 850 nm Wellenlänge.
Lichtwellenleiter können durch lösbare und feste Verbindungen miteinander verbunden werden. Mittels LwL-Steckern kann eine lösbare Verbindung von zwei Fasern hergestellt werden, mittels Spleiß eine nichtlösbare, die sich durch geringste Dämpfungswerte auszeichnet.
Querverweise von FO (Lichtwellenleiter) nach:
Querverweise nach FO (Lichtwellenleiter) von:

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