Erder

Erder sind elektrische Leiter, metallische Schienen, Rohre, Gitter, Profile oder andere elektrisch leitende Körper, die mit der Erde verbunden sind und einen geringen Widerstand, den Erderwiderstand, zu dieser aufweisen.


Generell unterscheidet man bei den Erdern zwischen natürlichen Erdern, Oberflächenerdern und Tiefenerdern. Zu den natürlichen Erdern gehören Gebäude- und Fundamentteile, die über metallische Körper großflächig mit dem Erdreich verbunden sind. Die anderen Erder unterscheiden sich dadurch, wie tief wo sie verlegt sind. Da gibt es die Oberflächenerder zu denen die Ringerder, Maschenerder und Strahlenerder gehören und die Tiefenerder und Fundamenterder.

Tiefenerder werden senkrecht in mehrerer Meter Tiefe ins Erdreich eingebracht. Bei diesen Erdern kann es sich um Metallstäbe, Rohre oder Kreuzprofile handeln, die senkrecht ins Erdreich eingetrieben werden. Der Vorteil der Tiefenverlegung ist in dem konstanten Widerstand zum Erdreich hin zu sehen. Der Erdungswiderstand der Tifenerder sollte kleiner 10 Ohm sein, die Mindestlänge ist abhängig von der Blitzschutzklasse und kann zwischen 2,5 m und 10 m betragen. Sie sind mit der Potentialausgleichsschiene verbunden.

Ausführungsformen von Erdern

Ausführungsformen von Erdern

Fundamenterder sind solche, die als geschlossener Ring in die Betonfundamente der Gebäudeaußenwand eingebracht sind, und zwar im Feuchtigkeitsbereich, also unterhalb der Feuchtigkeitssperre. Nach den DIN-Vorschriften sind für Fundamenterder verzinkte Bandstähle von 30 mm x 3,5 mm bzw 25 mm x 4 mm oder Rundstahl mit 10 mm Durchmesser vorgeschrieben. Spezifiziert sind Fundamenterder in DIN 18014.

Strahlenerder gehören zu den Tiefenerdern. Bei diesem Erder werden von einem zentralen Punkt aus mehrere Stahlstäbe, Rohre oder Banderder in einem Winkel von 45° in die Erde getrieben. Strahlenerder sind mit dem Potentialausgleich verbunden.

Im Gegensatz zu den Tiefenerdern werden Oberflächenerder waagerecht im Erdreich verlegt, und zwar in einer Tiefe von weniger als einem Meter. Oberflächenerder können metallische Gitter- oder Maschenkonstruktionen sein, Metall- bzw. Kupferplatten oder strahlenförmig angeordnete Stäbe.

Der Ringerder ist ein Flacherder, der ringförmig rund um das Gebäude verlegt wird. Ringerder sind Banderder, sie bestehen vorzugsweise aus V4A-Stahl oder einem verbleiten Kupferband und liegen etwa 0,5 m tief unter der Erdoberfläche und im Abstand von ca. 1 m vom Gebäude. Sie dienen dem äußeren Blitzschutz.

Der Bauwerkserder (BWE) ist ein struktureller Erder. Er besteht aus den Verbindungen der Fundamenterder untereinander oder mit den Bewehrungen des Betons und den Stahlträgern des Bauwerks.

Informationen zum Artikel
Deutsch: Erder
Englisch: grounding
Veröffentlicht: 06.03.2014
Wörter: 382
Tags: #Blitzschutz
Links: Bewehrung, Blitzschutz, DIN (Deutsches Institut für Normung e.V.), Erdung, K (key)