Kabelkanal

Kabelkanäle sind konstruktive Leerräume für die Verlegung von Kabeln. Sie können an der Wand, an Decken oder im bzw. auf dem Fußboden verlegt werden. Es handelt sich dabei um eckige Leerrohre, die nach der Kabelverlegung mit Kanalabdeckungen versehen werden. Die Kabelkanäle gibt es in unterschiedlichen Nennbreiten und Nenntiefen. Sie können mit Trennstegen ausgestattet sein, die eine übersichtlichere Verlegung ohne gegenseitige Beeinflussung gewährleisten. Kabelkanäle gibt es in metallischen und nichtmetallischen Ausführungen.


Bei den Bodensystemen unterscheidet man zwischen Unterflur-Installationskanälen und Aufboden-Installationskanälen. Die Unterflur-Installationskanäle werden auf dem Betonboden befestigt und in den Estrich eingelassen. Der Kanalzugang und die Kabelmontage erfolgen über Tanks, die entweder unter dem Estrich liegen, den Unterflurtanks, oder aber oberhalb des Bodens als hervorstehende Einheiten, den Aufbodentanks. Die Systeme für die Aufbodenmontage sind sehr flach konstruiert und haben zum Raum hin eine Neigung. Darüber hinaus sind sie so stabil, dass man auf sie treten kann. Um ein harmonisches Bild zu haben, werden die Aufbodenkanäle mit dem Teppichboden des Raums beklebt. Beide Systeme, das Unterboden- und das Aufbodensystem, sind aus Metall und müssen sauber geerdet sein.

Unterflurkanal mit Unterbodentank, Foto: Ackermann

Unterflurkanal mit Unterbodentank, Foto: Ackermann

Bei den Kabelkanälen für die Wand-, Brüstungs- und Deckenmontage gibt es einen ungewöhnlichen Variantenreichtum, und zwar in Bezug auf die Abmessungen, die Materialien, die Stegart, die Art der Dosenbefestigung, die Abdeckung und nicht zuletzt die Farbe. Allein bei der metallischen Ausführung gibt es Wahlmöglichkeiten zwischen V2A-Stahl, Stahlblech, Aluminium und Federstahl, was nicht zuletzt Einfluß auf die elektromagnetische Beeinflussung hat. Diese metallischen Kabelkanäle wirken nämlich wie eine zusätzliche Schirmung und sorgen bei richtiger Erdung für eine impedanzarme Einbindung der Datendosen in das Erdungskonzept.

Unterflur-Steckdosen für Daten (RJ 45) und Niederspannung, 
   Foto: Ackermann

Unterflur-Steckdosen für Daten (RJ 45) und Niederspannung, Foto: Ackermann

Neben den metallischen Kabelkanälen gibt es die Kunststoffkanäle in Polyvinylchlorid (PVC) und in halogenfreiem Kunststoff. Diese preiswerteren Alternativen sind leichter zu verarbeiten, haben allerdings den Nachteil, dass sie nicht geerdet werden können und sie daher keine EMV-beeinflussende Eigenschaft aufweisen.

Wandkanäle 
   aus Plastik und Metall mit Mittelsteg, Foto: Ackermann

Wandkanäle aus Plastik und Metall mit Mittelsteg, Foto: Ackermann

Die Wand- und Brüstungskanäle gibt es in vielen Abmessungen. Die Standardmaße liegen für die Kanalbreite zwischen 80 mm und 220 mm und für die Kanaltiefe zwischen 60 mm bis 120 mm.

Informationen zum Artikel
Deutsch: Kabelkanal
Englisch: cable ducts
Veröffentlicht: 04.11.2016
Wörter: 383
Tags: #Verkabelungskomponenten
Links: Bild, Datendose, EMI (electromagnetic interference), Erdung, Farbe