Leerrohr

Leerrohre sind Kunststoff- oder Metallrohre für strom- und signalführende Leitungen. Sie werden in Mauern, Wänden, Böden, Decken oder im Erdreich verlegt und können einzelne Adern, Leitungen, Breitbandkabel, Antennenkabel, UTP- oder STP-Kabel oder auch LwL-Kabel aufnehmen. Leerrohre dienen dem Schutz der Kabel gegen äußere Einflüsse und Beschädigungen.


Leerrohre können mehrere Kabel aufnehmen, sie haben eine glatte oder wellige Innenfläche, sie sind frost- und korrosionsbeständig und bestehen aus Polypropylen (PP), Polyvinylchlorid (PVC) oder Polyethylen hoher Dichte (PE-HD). Ihr Durchmesser wird durch die Anzahl an Kabeln oder Glasfasern bestimmt, die das Leerrohr aufnehmen muss. Gängige Außendurchmesser für Stromleitungen liegen zwischen 13 mm und 63 mm, die für Glasfasern betragen 50 mm, 63 mm, 110 mm und 125 mm. Die Außendurchmesser werden als DN-Werte angegeben. Beispielsweise DN 50 für ein 50-mm-Leerrohr.

Leerrohr 
   DN 50 mit 7 Mikrorohren 10 x 1, Foto: gabo Systemtechnik

Leerrohr DN 50 mit 7 Mikrorohren 10 x 1, Foto: gabo Systemtechnik

Bei Glasfasern werden in die Leerrohre Mehrfachbelegungsrohre eingeschoben oder Mikroröhren eingezogen. Die Durchmessser der Leerrohre sind so bemessen, dass ein Leerrohr eine bestimmte Anzahl an Mikrorohren optimal aufnehmen kann, nämlich so, dass noch ein kleiner Bewegungsspielraum im Leerrohr vorhanden ist. In ein 10-mm-Mikrorohr kann ein Glasfaserkabel mit einem maximalen Außendurchmesser von 6,3 mm und maximal 96 Fasern eingezogen werden. Das Einziehen von metallischen Leitern erfolgt mit Zugdrähten und einem Gleitmittel, bei Glasfasern erfolgt das Einblasen mit Druckluft. Ein Leerrohr mit einem Durchmesser von 50 mm kann mit maximal drei LwL-Kabeln belegt werden, wobei jedes Kabel aus 144, 288 oder 576 Glasfasern bestehen kann.

Informationen zum Artikel
Deutsch: Leerrohr
Englisch: empty conduit
Veröffentlicht: 29.07.2018
Wörter: 243
Tags: #Verkabelung
Links: 576 Zeilen, Ader, Antennenkabel, DN (distinguished name), Einblastechnik