noise shaping

Bei A/D- und D/A-Wandlern ist der Rauschabstand, der sich mit geringerer Sampletiefe verringert, entscheidend für deren Auflösung und Dynamik. Diese Einschränkungen soll das Noise-Shaping, die Rauschformung, reduzieren.


Beim Noise-Shaping handelt es sich um einen Prozess mit dem das Quantisierungsrauschen bei der Umwandlung eines analogen in ein digitales Signal reduziert wird. Technisch wird die Rauschenergie aus dem Audiobereich in einen höheren Frequenzbereich verschoben, dessen Signale nicht in die Signalverarbeitung eingehen. Außerdem werden diese Frequenzbereiche durch Filter zusätzlich gedämpft.

Quantisierungsfehler 
   und Rauschabstand bei bestimmten Quantisierungsstufen

Quantisierungsfehler und Rauschabstand bei bestimmten Quantisierungsstufen

Das Noise-Shaping wird dann eingesetzt, wenn ein 20- oder 24-Bit-Signal durch Truncation, das ist ein Verfahren zur Begrenzung der Wortlänge, beispielsweise auf 16 Bit reduziert wird. Dabei entfallen die geringwertigsten Bits (LSB) für die leisen Töne, was zur Folge hat, dass sich die Quantisierungsverzerrungen erhöhen. Um diese Verzerrungen zu reduzieren, wird dem Signal Rauschen mit geringem Pegel zugeführt, das zu einer zufälligen Modulation des digitalisierten Signals führt. Dieses Verfahren nennt man Dithering.

Das Noise-Shaping kann bei Oversampling angewendet werden, da das Oversampling die Rauschleistung auf einen größeren Frequenzbereich verteilt. Oversampling verringert also nicht die Rauschleistung, sondern verteilt sie anders. Technisch wird das Noise-Shaping durch digitale Signalverarbeitung (DSP) realisiert, mit einer Rückkopplungs-Schaltung und digitaler Filterung.

Informationen zum Artikel
Deutsch: Noise-Shaping
Englisch: noise shaping
Veröffentlicht: 23.01.2019
Wörter: 213
Tags: #Analogschaltungen
Links: Analog, Auflösung, Bit (binary digit), D/A (DA-Wandler), Dithering