Zugriffszeit

Die Zugriffszeit ist die Zeitspanne, die zur Auslösung, Durchführung und Bestätigung eines Befehls für einen Zugriff auf ein Speichermedium vergeht. Sie gilt gleichermaßen für Magnetspeicher, optische Speichermedien, Halbleiterspeicher und Flash-Speicher und ist je nach Art des angesprochenen Speichermediums äußerst unterschiedlich.

  1. Bei Arbeitsspeichern liegt die Zugriffszeit zwischen einigen wenigen Nanosekunden bis hin zu 100 ns und mehr. Bei externen Speichern ist die Zugriffszeit unterschiedlich lang, sie hängt von der Organisation des Speicherzugriffs und der Art des Speichersystems ab und kann zwischen einigen Millisekunden und vielen Sekunden liegen, wie im Falle von Bandlaufwerken.
  2. Bei Disketten und Festplatten handelt es sich bei der Access Time um die Zeit, die der Schreib-/Lesekopf benötigt, um eine bestimmte Position auf einem Datenträger anzufahren und um die Daten über die Drehbewegung der Festplatte unter den Schreib-/Lesekopf zu bringen. Sie ist daher abhängig von der Ausgangslage des Schreib-/Lesekopfes und der Position des Speicherbereichs. Die mittlere Zugriffszeit, die Average Access Time (AAT), einer Festplatte errechnet sich aus der Zeit, die für eine halbe Umdrehung benötigt wird. Bei einer Umdrehungsgeschwindigkeit von 7.200 U/Minute ergibt sich eine Laufzeit für die halbe Umdrehung von 4,2 ms, bei 5.400 Umdrehungen von 5,8 ms. Die Zugriffszeit ist etwas höher und liegt bei 7.200 U/Minute zwischen 8 ms und 10 ms.
  3. Bei Solid-State-Drives (SSD) ist keine mechanischer Zugriff, sondern ein direkter Zugriff auf die Flash-Speicher. Die Zugriffszeit beträgt daher nur etwa einhundertstel der Zugriffszeit von Festplatten und liegt bei etwa 0,1 ms bis 0,2 ms.
  4. Bei den Halbleiterspeichern, den statischen SRAMs und den dynamischen DRAMs, wurden die Zugriffszeiten in den letzten Jahren wesentlich verringert. So liegen die Zugriffszeiten von statischen RAMs bei etwa 5 ns bis 10 ns, die von DRAMs sind höher und liegen zwischen 40 ns und 60 ns.
  5. Bei CD-ROM-Laufwerken hängt die mittlere Zugriffszeit von der Umdrehungsgeschwindigkeit ab. Diese kann zwischen 1-fach, 2x, 4x bis zu 53-fach sein. Bei den langsameren Umdrehungsgeschwindigkeiten beträgt die Zugriffszeit etwa 400 ms und fällt dann über 100 ms bei 12-facher Geschwindigkeit, bis auf etwa 80 ms bei 32-facher Geschwindigkeit.
  6. Bei digitalen Bandlaufwerken handelt es sich bei der Zugriffszeit um die Zeit, die das Band benötigt, um die Daten unter dem Magnetkopf zu positionieren. Da das Magnetband bis zu Erreichen der gewünschten Position im Schnelllauf durchlaufen muss, liegen die Zugriffszeiten in Abhängigkeit von dem Banddurchlauf im Sekunden- und sogar Minutenbereich.

Informationen zum Artikel
Deutsch: Zugriffszeit
Englisch: access time
Veröffentlicht: 06.09.2017
Wörter: 394
Tags: #Speichertechnik #Speicher
Links: ASP (Arbeitsspeicher), Bandlaufwerk, clearing, CONF (confirmation), Daten