Zugangsnetz

Für das Zugangsnetz, auch als Anschluss- oder Access-Netz (AN) bezeichnet, gibt es verschiedene Szenarien. Nach ITU-T G.982 handelt es sich um ein hybrides Netzwerk, bestehend aus dem optischen Zugangsnetz (OAN), das die Anbindung an das Kernnetz realisiert, und die Anbindung an den Endkunden, die durch eine Kupfer-Doppelader erfolgt.


Die Referenzpunkte des optischen Zugangsnetzes sind kernnetzseitig der Interface-Knoten (SNI) und anwenderseitig die Teilnehmer-Netz-Schnittstelle (UNI). Das Netz besteht aus dem optischen Verteilnetz (ODN), das vom optischen Leitungsabschluss (OLT) und von den optischen Netzwerkeinheiten (ONU) begrenzt wird. Diese Einheiten können bis zu 20 km voneinander entfernt liegen.

In einem anderen Szenario ist das Zugangsnetz unmittelbar über die Ortsvermittlungsstelle (LEX) mit dem Kernnetz verbunden. Ein solches Netz hat keine Vermittlungsfunktionen und basiert in aller Regel im Anschlussbereich auf der vorhandenen Kupferverkabelung des Telefonnetzes.

Zugangstechniken im Anschlussbereich

Zugangstechniken im Anschlussbereich

Das Zugangsnetz für die Bereitstellung aller Dienste

Generell soll das Zugangsnetz dem Teilnehmer die Nutzung aller zukünftigen, interaktiven Verteildienste wie Video-on-Demand, Information-on-Demand, Computer Games, Teleshopping sowie die selektiven Videodienste ermöglichen und daher über eine hohe Übertragungsgeschwindigkeit verfügen.

Bandbreitenanforderung im Zugangsnetz, nach DSL-Forum 
   und MPEG Industry Forum

Bandbreitenanforderung im Zugangsnetz, nach DSL-Forum und MPEG Industry Forum

Für dieses Netzsegment wurden verschiedene xDSL-Verfahren entwickelt, die eine breitbandige, bidirektionale Übertragung auf Kupfer-Doppeladern gewährleisten. Präferiert werden die Verfahren ADSL und HDSL.

Neben der Nutzung der vorhandenen Telefonkabel-Infrastruktur werden im Access-Bereich, der Last Mile, passive optische Netze (PON) eingesetzt. Es gibt entsprechende Glasfaser-Konzepte für den direkten Anschluss der letzten 100 Meter zum Teilnehmer. Fiber to the Premises (FTTP), Fiber to the Terminal (FTTT), Fiber to the Home (FTTH), Fiber to the Building (FTTB) und Fiber to the Curb (FTTC) sind einige davon.

Zugangsnetze mit Anbindung an Kernnetz und Teilnehmer

Zugangsnetze mit Anbindung an Kernnetz und Teilnehmer

Darüber hinaus gibt es im Zugangsbereich die breitbandige drahtlose Teilnehmeranbindung mittels WiMAX und Long Term Evolution (LTE). Die LTE-Technik nutzt als Mobilfunktechnik die im Anschlussbereich als Digitale Dividende bezeichneten Frequenzen zwischen 790 MHz und 862 MHz. Diese Frequenzen sind durch die Übertragung von Digital-TV freigeworden und können für breitbandige drahtlose Zugangstechniken, wie sie bei Mobile Internet und Mobile Broadband benötigt werden, genutzt werden. Des Weiteren gibt es die breitbandige Satellitenanbindung und die Ethernet-Anbindung mit Ethernet in the First Mile (EFM) und Long Reach Ethernet (LRE).

Informationen zum Artikel
Deutsch: Zugangsnetz
Englisch: access network - AN
Veröffentlicht: 01.09.2017
Wörter: 363
Tags: #Anschlussnetze
Links: ADSL (asymmetric digital subscriber line), Anschluss, Bidirektional, Computer, Digitale Dividende