Yagi-Antenne

Eine Yagi-Antenne ist eine Antenne für terrestrisch ausgestrahlten UKW-Rundfunk und Fernsehen. Die Yagi-Antenne ist eine Richtantenne, sie hat einen Dipol und einen oder mehrere Direktoren sowie einen oder mehrere Reflektoren. Yagi-Antennen sprechen auf das vertikal polarisierte elektrische Feld an.


Die Direktoren beeinflussen die Abstrahlcharakteristik der Antenne, die durch die Direktoren eine stärkere keulenförmige Ausprägung bekommt. Sie liegen im Abstand von 0,10, 0,15 oder 0,20 der Wellenlänge Lambda vor dem Dipol und verjüngen sich in der Breite. Der breiteste Direktor liegt unmittelbar vor dem Dipol. Seine Breite und die der weiteren Direktoren ist abhängig von der Empfangsfrequenz, sie sind allerdings immer schmaler als der Dipol. Der daraus resultierende Öffnungswinkel liegt zwischen 20° und 25°.

Yagi-Antenne mit mehreren Direktoren und Reflektoren

Yagi-Antenne mit mehreren Direktoren und Reflektoren

Der oder die Reflektoren befinden sich hinter dem Dipol, sie sind etwa 5 % länger als der Dipol und erhöhen den Antennengewinn durch Reflexion der einfallenden Wellen auf den Dipol. Dieser liegt bei Yagi-Antennen bei 5 dBi bis 15 dBi, wobei letzterer Wert mit über zehn Direktoren erreicht wird. Darüber hinaus kann der Antennengewinn durch weitere konstruktive Maßnahmen durchaus noch erhöht werden. Gleichzeitig erhöhen die rückseitigen Reflektoren die Rückdämpfung und verhindern rückseitige Einstrahlungen, die beispielsweise durch Reflexionen an Bergen oder Gebäuden entstehen können und ursächlich sind für Geisterbilder. Die Reflektoren sind breiter als der Dipol und liegen im Abstand von 0,20 x Lambda hinter dem Dipol.

Dipol mit Reflektor und Direktor

Dipol mit Reflektor und Direktor

Der Empfangsfrequenzbereich von Yagi-Antennen liegt zwischen etwa 3 MHz und 3 GHz, wobei der Frequenzbereich unterhalb von 1,5 GHz am geeignetsten ist. Der Dipol selbst ist auf die halbe Wellenlänge abgestimmt. Bei einer Empfangsfrequenz von 200 MHz ergibt sich eine Wellenlänge von 1,5 m und damit eine Dipolbreite von 75 cm.

Die Bandbreite von Yagi-Antennen ist relativ schmal und liegt bei etwa 10 % der Empfangsfrequenz. Bei einer Empfangsfrequenz von 200 MHz liegt der Empfangsbereich somit zwischen 190 MHz und 210 MHz.

X-Yagi-Antenne, Foto: impextechnology.com

X-Yagi-Antenne, Foto: impextechnology.com

Yagi-Antennen können je nach Ausrichtung des Dipols und der Direktoren Funkwellen mit horizontaler oder vertikaler Polarisation empfangen. Es können auch zwei Yagi-Antennen kreuzförmig miteinander kombiniert sein, in der Form, dass die beiden Systeme rechtwinklig zueinander stehen. Bei dieser Konstruktion handelt es sich um eine Kreuzyagi-Antenne, die über ein Koaxialrelais umgeschaltet und so vertikal oder horizontal polarisierte Funkwellen empfangen kann. Für den Empfang von zirkular polarisierten Funkwellen gibt es noch den X-Yagi, bei dem ebenfalls zwei Polarisationsebenen miteinander kombiniert werden. Da die Antennenelemente der beiden Antennen rechtwinklig zueinander stehen, spricht man auch von orthogonalen Antennen.

Informationen zum Artikel
Deutsch: Yagi-Antenne
Englisch: yagi antenna
Veröffentlicht: 29.12.2014
Wörter: 420
Tags: #Antennen
Links: Abstrahlcharakteristik, Antenne, Antennengewinn, Bandbreite, dBi (decibel isotrop)