X.25-Protokoll

Das X.25-Protokoll beschreibt die Schnittstelle zwischen Datenendeinrichtung (DEE) und Datenübertragungseinrichtung (DÜE) für Endeinrichtungen, die mit Datenpaketvermittlung in öffentlichen Datennetzen arbeiten und über fest geschaltete Leitungen herangeführt sind. Die Leistungsmerkmale des X.25-Protokolls sind in der Empfehlung X.2 beschrieben. Diese beschreibt den Dienst; X.25 hingegen beschreibt wie der Dienst im Protokoll realisiert wird. Die Leistungsmerkmale können für einen vereinbarten Zeitraum festgelegt oder für eine Verbindung angefordert werden.


Das X.25-Protokoll war eines der ersten Protokolle, das entsprechend dem OSI-Referenzmodell strukturiert wurde. Es unterstützt die unteren drei Schichten und gehört damit zu den transportorientierten Protokollen.

X.25-Paketaufbau

X.25-Paketaufbau

In der Bitübertragungsschicht greift das X.25-Protokoll auf bestehende Standards zu. Dadurch kann das Protokoll auf vorhandene Kommunikationsinfrastrukturen aufsetzen und ungesicherte Datenverbindungen realisieren. In der Schicht 1 werden die physikalischen und elektrischen Eigenschaften, Spannungspegel und Belegung der Verbindungsstecker beschrieben. Diese Eigenschaften sind in der Empfehlung X.21 zusammengefasst, die speziell für den Zugang zu öffentlichen Netzen entworfen wurde. Da der Großteil der anzuschließenden Endgeräte jedoch diese Schnittstelle nicht implementiert hat, gilt dafür auch die Empfehlung X.21bis, die zu dem weltweit verbreiteten Standard V.24 / RS-232-C kompatibel ist. Mit diesem werden jedoch nur Übertragungsgeschwindigkeiten bis 9.600 bit/s (19,2 kbit/s) abgedeckt, für höhere Übertragungsgeschwindigkeiten ist die X.21-Schnittstelle unbedingt erforderlich.

Auf der Sicherungsschicht benutzt das X.25-Protokoll die Protokolle LAP bzw. LAP-B. Diese Protokolle bilden mit ihren zyklisch-redundanten Blocksicherungsprozeduren und der Flusssteuerung eine gesicherte Systemverbindung, die der darüber liegenden Vermittlungsschicht angeboten wird.

X.25-Protokollrahmen, Steuerfeld des LAP

X.25-Protokollrahmen, Steuerfeld des LAP

Für die Vermittlungsschicht wurde das Konzept der virtuellen Verbindungen (VC) definiert, sowohl für Wählverbindungen als auch für Festverbindungen. Dadurch hat der Nutzer eine hohe Netzverfügbarkeit und der Netzbetreiber eine optimal steuerbare Netzauslastung. Die Vermittlungsschicht macht aus der gesicherten Systemverbindung eine Endsystemverbindung. Der obere Zugangspunkt des X.25-Protokolls ist der NSAP, der die Schnittstelle zwischen Schicht 3 und der Transportschicht bildet.

Informationen zum Artikel
Deutsch: X.25-Protokoll
Englisch: X.25 protocol
Veröffentlicht: 06.05.2013
Wörter: 321
Tags: #Datenpaketnetze
Links: AP (access point), bit/s (Bit pro Sekunde), Bitübertragungsschicht, Datenpaketvermittlung, DEE (Datenendeinrichtung)