Wickeldorn

In Multimodefasern breiten sich die Lichtstrahlen in verschiedenen Moden aus: In Moden mit niedriger Ordnung und solchen mit hoher Ordnung. Die Moden mit niedriger Ordnung sind stabil und verlaufen längs des Kernglases, die mit höherer Ordnung streuen und sind unstabil, weil sie an stark gekrümmten Lichtwellenleitern oder auch an LwL-Steckern verloren gehen können.


Um in der LwL-Messtechnik vergleichbare und reproduzierbare Messergebnisse zu erhalten, müssen die instabilen Moden eliminiert werden. Dazu werden die Lichtwellenleiter auf eine Spindel mit geringem Durchmesser gewickelt, auf den sogenannten Glasfaser-Wickeldorn. Wickeldorne sind im Standard EIA/TIA 568 im Durchmesser und in der Anzahl der Wicklungen spezifiziert. Sie haben für Gradientenfasern mit 65 µm Kernglas einen Durchmesser von 17 mm oder 20 mm, je nachdem ob es sich um eine umhüllte oder eine ummantelte Glasfaser handelt.

Wickeldorn mit aufgewickelter Multimodefaser, Foto: Fluke Networks

Wickeldorn mit aufgewickelter Multimodefaser, Foto: Fluke Networks

Bei der Messung der Übertragungseigenschaften von Multimodefasern wird der Wickeldorn in die Vorlauffaser eingebracht, die Glasfaser wird mehrmals um den Multimodefaser-Wickeldorn geschlungen und mit dem Messgerät verbunden. Durch das mehrfache Umschlingen werden die instabilen Moden hoher Ordnung eliminiert und die Messergebnisse reproduzierbar.

Anstelle des Wickeldorns könnte man auch eine Lichtquelle verwenden, die nur Moden niedriger Ordnung erzeugt, wie die eines VCSEL-Lasers.

Informationen zum Artikel
Deutsch: Wickeldorn
Englisch: winding mandrel
Veröffentlicht: 04.11.2016
Wörter: 201
Tags: #Messungen
Links: EIA/TIA 568, Glasfaser, Gradientenfaser, Kernglas, LwL (Lichtwellenleiter)