WHDI (wireless home digital interface)

Wireless Home Definition Interface (WHDI) ist eine Funktechnik mit der hochauflösende Videosignale drahtlos von der TV-Empfangseinrichtung zum Fernseher-Displays übertragen werden. Die von Amimon entwickelte WHDI-Funktechnik ist eine Drahtlos-Variante der HDMI-Schnittstelle und somit eine Alternative zu Wireless-HDMI.


WHDI arbeitet mit Ultra-Breitband im lizenzfreien 5-GHz-Band zwischen 4,9 GHz und 5,1 GHz und überträgt hochauflösendes Fernsehen (HDTV) mit einer Auflösung von 1.920 x 1.080 Bildpunkten im progressive Scan, als unkomprimiertes 1.080p. Die Datenrate liegt bei den 40-MHz-Kanälen bei 3 Gbit/s, bei 20-MHz-Kanälen bei 1,5 Gbit/s; die bei der Übertragung entstehende Latenzzeit liegt unter 1 ms.

Die Darstellung ist also lippensynchron. Damit diese hohen Datenraten über die relativ schmalbandigen Kanäle realisiert werden können, nutzt WHDI eine vom Video-Inhalt abhängige Codierung, die sogenannte Joint Source-Channel Coding (JSCC).

Die Funktechnik von WHDI

WHDI-Komponenten von Sharp

WHDI-Komponenten von Sharp

Mit der WHDI-Funktechnik, die sich auch für WirelessHD eignet, können Entfernungen von bis zu 30 m überbrückt werden, ohne dass eine Sichtverbindung zwischen Sende- und Empfangseinrichtung bestehen muss. Allerdings sollte zwischen Sende- und Empfangsstation eine Sichtverbindung bestehen. Mögliche Interferenzen von anderen WLANs, die ebenfalls im 5-GHz-Band arbeiten, werden durch automatischen Frequenzwechsel ausgeschlossen.

Die WHDI-Technik eignet sich für alle Audio/Video-Einrichtungen. Als Audio- und Videoquellen können das Settop-Boxen sein, Personal Computer, Blu-Ray-Disc- oder DVD-Laufwerke als Empfangseinrichtungen hochauflösende LCD- und Plasma-Displays oder Projektoren. An Audiodateiformaten unterstützt WDHI den Digital Theatre Sound (DTS), Dolby-Digital und Audio Code Number 3 (AC-3).

Rundfunk- und Fernsehdienste unter WHDI

Mit WHDI können unterschiedliche Rundfunk- und Fernsehprogramme in verschiedene Räume übertragen werden. Ein Sendegerät kann die ganze Wohnung mit Datensignalen versorgen, so dass jeder Teilnehmer ein anderes Programmangebot nutzen kann. Dabei wird der Benutzer von einem umfassenden Steuerprotokoll unterstützt, mit dem er von jedem Raum aus seine A/V-Anlagen steuern kann.

Drahtgebundene und drahtlose Heimvernetzung

Drahtgebundene und drahtlose Heimvernetzung

Die WHDI-Technik basiert auf einer Video-Modem-Technik, in der die Videocodierung und -modulation so optimiert sind, dass die erzielbare Übertragungsrate wesentlich höher ist als die von datenoptimierten Funk-Modems. Dies wird dadurch erreicht, dass der Videostrom bei WHDI unterteilt wird in Bereiche von besonderer und solcher von untergeordneter Bedeutung. Die verschiedenen Teile des Videostroms werden dann in der Form im Funkkanal abgebildet, dass den Teilen die die Darstellung am meisten prägen, die größte Bandbreite zugeordnet wird. Signalelemente, die nur einen geringen Einfluss auf das Fernsehbild haben, erhalten auch nur eine geringere Bandbreite zugewiesen. Um eine möglichst störungsfreie Übertragung zu gewährleisten verwendet WHDI mit Multiple Input Multiple Output (MIMO) ein Mehrantennensystem. Außerdem werden die Datenströme von WHDI verschlüsselt mit High-Bandwidth Digital Content Protection (HDCP) übertragen.

WHDI wurde von einer Special Interest Group entwickelt, an der Amimon, Hitachi, Motorola, Samsung, Sharp und Sony mitarbeiten.

http://whdi.org

http://www.amimon.com

Informationen zum Artikel
Deutsch:
Englisch: wireless home digital interface - WHDI
Veröffentlicht: 08.11.2013
Wörter: 461
Tags: #Home-Networking #Fernsehen
Links: 1.080 Zeilen, AC-3 (audio code number 3), Audio, Auflösung, Bandbreite