Vollader

Die Bezeichnung Vollader oder Festader kennzeichnet den konstruktiven Aufbau eines Lichtwellenleiters. Dieser zeichnet sich durch einen geringen Durchmesser aus, weil die beiden Beschichtungen, die Primär- und die Sekundärbeschichtung, fest miteinander verbunden sind. Der Lichtwellenleiter ist also unmittelbar von zwei Schutzschichten umgeben.


Bei der Produktion der Vollader wird in einem Extrusionsprozess die Sekundärbeschichtung so aufgebracht, dass es zu einem festen Verbund mit der Primärbeschichtung kommt. Der Durchmesser beträgt laut DIN 0,9 +0,1 mm. Neuere LwL-Steckverbindungen setzen allerdings eine Sekundärbeschichtung von 600 µm voraus.

Aufbau der Vollader

Aufbau der Vollader

Da bei der Vollader alle am Mantel angreifenden Längs- und Querkräfte direkt auf die Faser wirken, müssen die Primärbeschichtung und die Sekundärbeschichtung optimal aufeinander abgestimmt sein. Über die Sekundärbeschichtung wirken diverse Kräfte auf die Faser. U.a. Querkräfte, Zugkräfte und Temperatur-abhängige Kräfte.

Da die Sekundärbeschichtung mit einer Temperatur von ca. 2000 °C aufgebracht wird und es bei dieser Temperatur zu einem Verbund mit der Primärbeschichtung kommt, wirken auch Stauchkräfte auf die Faser, weil in der Abkühlphase der Kunststoff schrumpft. Entsprechend den Ausdehnungskoeffizienten der unterschiedlichen Materialien, wird die Faser allen Temperaturänderungen belastet.

Bei der Verlegung der Kabels, so beim Einziehen in Kabelkanäle oder -schächte, wirken die Zugkräfte über die Sekundärbeschichtung direkt auf die Faser.

Informationen zum Artikel
Deutsch: Vollader
Englisch: tight buffered cable
Veröffentlicht: 06.03.2016
Wörter: 222
Tags: #Lichtwellenleiteraufbau
Links: Beschichtung, DIN (Deutsches Institut für Normung e.V.), Kabel, Kabelkanal, LwL (Lichtwellenleiter)