Videobrille

Videobrillen sind elektronische Displays, die wie eine Brille aufgesetzt werden, und das Videobild vor das Auge projizieren. Für die Audiowiedergabe haben sie Kopfhörer oder Ohrhörer. Die Projektion der Videobilder kann dabei direkt auf die Netzhaut erfolgen oder auf einen virtuellen Punkt vor dem Betrachter.


Videobrillen werden sowohl für die Darstellung von Video als auch für Darstellungen von virtueller und erweiterter Realität eingesetzt. Da Videodarstellungen und die Darstellungen in virtueller Realität (VR) ihre volle Qualität dann entwickeln, wenn sie nicht durch optische Störquellen und Nebenlicht gestört werden. Die Videobrille ist bei diesen Anwendungen gegen Störlichter abgeschirmt und in sich geschlossen. Anders ist es bei der erweiterten Realität (AR). Hierbei ist ein Durchblick durch die Videobrille zwingend. Die Zusatzinformationen werden dann in die Darstellung für den Betrachter eingeblendet.

Videobrille von Vuzix

Videobrille von Vuzix

Bedingt durch diese unterschiedlichen Einsatzgebiete unterscheiden sich auch die Konzepte und die Qualität der Darstellung. Generell können Videobrillen mit einer der verschiedenen Darstell- und Projektionstechniken arbeiten. So mit einem Liquid Crystal Display (LCD), mit Organic Light Emitting Diodes (OLED), Thin Film Transistors (TFT) oder auch mit Liquid Crystal on Silicon (LCoS). Die Qualität, Auflösung, Helligkeit und der Kontrast sind dabei abhängig von der Projektionstechnik. Je nach Verfahren werden Auflösungen von Wide VGA (WVGA) im Bildseitenverhältnis 16:9 mit 852 Bildpunkten in der Horizontalen erreicht. Sie können auch mit VRD-Technik, Virtual Retinal Display (VRD), arbeiten und das Bild direkt auf die Netzhaut projizieren.

Eingesetzt werden Videobrillen für das Betrachten von Videos und multimedialen Inhalten, in Computerspielen, der Medizintechnik, der Steuerung von Kriegsgeräten und der Architektur um ein Gefühl für die geplanten Bauten, Räume und die Raumausstattung zu bekommen. Einige Videobrillen können mittels Head-Tracking durch Kopfbewegungen gesteuert werden, andere über Sprachbefehle. So kann sich der Betrachter, um beim Beispiel der dreidimensionalen Raumdarstellung zu bleiben, durch Kopfdrehungen in den virtuellen Räumen bewegen.

Informationen zum Artikel
Deutsch: Videobrille
Englisch: video glasses
Veröffentlicht: 04.01.2018
Wörter: 324
Tags: #Displays
Links: AR (augmented reality), Architektur, Auflösung, Bild, Bildschirm