Übertrager

Technisch entspricht ein Übertrager einem Transformator, bei dem zwei miteinander eng gekoppelte Magnetfelder die Wechselspannung der Primärspule in die Sekundärspule induzieren. Anwendungstechnisch spricht man von Transformatoren, wenn es sich um die leistungs- und spannungsmäßige Umsetzung niedriger Frequenzen wie der Netzfrequenz oder von Audiofrequenzen handelt.


Übertrager dienen primär der galvanischen Trennung zwischen zwei Schaltungseinheiten und werden in der Hochfrequenztechnik eingesetzt. Sie können hochfrequente Nutzsignale von niederfrequenten Störsignalen trennen und asymmetrische Signale unterdrücken.

Übertrager, Foto: shop.frihu.com

Übertrager, Foto: shop.frihu.com

Da zwischen Primär- und der Sekundärwicklung eine parasitäre Koppelkapazität besteht, hängt die Gleichtaktunterdrückung unmittelbar von dieser ab und ist umso höher, je geringer die Koppelkapazität ist. Ebenso geht die Streuinduktivität in die Gleichtaktunterdrückung ein. Diese ist umso geringer je stärker der magnetische Fluss in dem Ferritkern geführt wird.

HF-Übertrager, 
   Foto: Yuan-dean

HF-Übertrager, Foto: Yuan-dean

HF-Übertrager werden u.a. für die Symmetrierung von HF-Signalen eingesetzt. So, wenn ein asymmetrisches Signal in ein symmetrisches Signal transformiert werden muss. Dies kann beispielsweise bei der Speisung symmetrischer Antennen mit unsymmetrischen Kabeln erfolgen, oder in Baluns, in denen eine impedanz- und symmetriemäßige Anpassung unterschiedlicher Übertragungsmedien erfolgt. Entsprechende HF- oder Breitbandübertrager dienen der Symmetrierung. Sie haben einen Ring- oder Stabkern und primärseitig unsymmetrische, sekundärseitig symmetrische Windungen mit Mittelanzapfung.

Informationen zum Artikel
Deutsch: Übertrager
Englisch: repeating coil
Veröffentlicht: 20.05.2013
Wörter: 218
Tags: #Passive Bauelemente
Links: Anpassung, Antenne, Asymmetrisches Signal, Balun (balanced/unbalanced), Ferrit