Überreichweite

Die terrestrische Wellenausbreitung von elektromagnetischen Wellen ist abhängig von der übertragenen Frequenz. Generell unterliegen alle Funkwellen der Beugung, Brechung, Reflexion und Absorption durch topologische Gegebenheiten, wobei der Einfluss auf die Wellenausbreitung je nach Frequenz und Wellenlänge gering oder stark sein kann.


So breiten sich kurze und kürzeste HF-Wellen und Mikrowellen linear aus, längere Wellen im Meter-Bereich hingegen unterliegen der Refraktion, die an unterschiedlich temperierten Luftschichten und an ionisierten Schichten in der Stratosphäre stattfindet. Noch längere Wellen mit Wellenlängen im Kilometer-Bereich passen sich als Bodenwelle der Erdkrümmung an.

Die Art der Wellenausbreitung bestimmt im Wesentlichen die Ausdehnung des Funkbereichs. Werden Funkwellen in der Stratosphäre gebrochen und reflektiert, dann können sie auf der Erde in Entfernungen empfangen werden, die um ein Vielfaches weiter sind, als bei einer linearen Ausbreitung mit Sichtverbindung. Dieser vergrößerte Funkbereich wird als Überreichweite bezeichnet, weil er über die normale Reichweite hinausgeht.

Das Phänomen der Überreichweite tritt vor allem im Amateurfunk auf, aber auch bei anderen terrestrischen Funkdiensten wie dem BOS-Funk, Betriebsfunk oder dem Seefunk. Der Amateurfunk beobachtet das Phänomen der Überreichweiten im Frequenzbereich um 140 MHz mit speziell installierten Sendern und nutzt die Überreichweiten zur weltumspannenden Kommunikation.

Informationen zum Artikel
Deutsch: Überreichweite
Englisch: overreach
Veröffentlicht: 19.05.2016
Wörter: 202
Tags: #Übertragungstechniken der Nachrichtentechnik
Links: Absorption, AFU (Amateurfunk), Betriebsfunk, Beugung, Bodenwelle