UDP (user datagram protocol)

Das User-Datagram-Protokoll (UDP) ist ein verbindungsloses Transportprotokoll für den Datenaustausch zwischen Rechnern. Das UDP-Protokoll wurde definiert damit Anwendungsprozesse direkt Datagramme versenden können und damit die Anforderungen an transaktionsorientierten Verkehrs erfüllen. Das UDP-Protokoll baut direkt auf dem darunter liegenden IP-Protokoll auf und zeichnet sich durch einen geringen Overhead und kurze Latenzzeiten aus.


Das UDP-Protokoll hat einen minimalen Protokollmechanismus und garantiert weder die Ablieferung eines Datagramms beim Zielpartner, noch sind Vorkehrungen gegen eine Duplizierung oder eine Reihenfolgevertauschung getroffen. Der Funktionsumfang des UDP-Protokolls ist daher gegenüber dem TCP-Protokoll eingeschränkt. Er beschränkt sich auf den Transportdienst, das Multiplexen von Verbindungen und die Fehlerbehandlung.

Das Internet-Protokoll und die assoziierten Protokollverbindungen

Das Internet-Protokoll und die assoziierten Protokollverbindungen

Bei dem Transportdienst ist die korrekte Datenübermittlung an den Empfänger nicht sichergestellt, da er ohne Bestätigungsmechanismus arbeitet. Verlorene Datenpakete können daher nicht erneut gesendet werden. Im Gegensatz zum TCP-Protokoll, das verbindungsorientiert arbeitet, baut das verbindungslos arbeitende UDP-Protokoll keine aktive Verbindung zwischen den Stationen auf, sondern schickt die einzelnen Datenpakete völlig unabhängig voneinander ins Netz.

Durch Verwendung von Ports können in einem Rechner mehrere Kommunikationsziele ausgewählt werden. Die Ports werden durch Portnummern identifiziert, wobei diese Nummern teilweise für bestimmte Prozesse reserviert sind.

Der UDP-Header

Datenrahmen des UDP-Protokolls

Datenrahmen des UDP-Protokolls

Da das UDP-Protokoll nur unter bestimmten Implementierungen eine minimale Fehlerbehandlung hat, obliegt es den höheren Schichten Fehler zu erkennen und eine Korrektur vorzunehmen. Der UDP-Header umfasst lediglich 8 Bytes, im Gegensatz zum TCP-Header, der 40 Bytes umfasst. Zu den Datenfeldern des UDP-Header gehören die Quelladresse und Zieladresse, das Längenfeld, in dem die UDP-Headerlänge eingetragen ist, und das Prüfsummenfeld.

Das UDP-Protokoll ist u.a. im TCP/IP-Standarddokument RFC 768 beschrieben. Es wird überall dort eingesetzt wo eine geringe Verzögerungszeit und ein deterministisches Verhalten erforderlich sind.

Informationen zum Artikel
Deutsch: UDP-Protokoll
Englisch: user datagram protocol - UDP
Veröffentlicht: 07.04.2017
Wörter: 292
Tags: #Transportprotokolle
Links: Byte, Datagramm, Datenfeld, Datenpaket, Datenübermittlung