TP (Tiefpass)

Ein Tiefpass (TP) ist als Funktionseinheit ein Vierpol mit einer frequenzabhängigen Funktion. Bei diesem Filter werden alle Frequenzen durchgelassen, die unterhalb der Grenzfrequenz liegen. Diese entspricht der Frequenz, bei dem die Signalamplitude um 3 dB gegenüber der maximalen Signalamplitude abgenommen hat.


Das Ersatzschaltbild eines Tiefpasses entspricht der Reihenschaltung einer Induktivität (L) und einer Kapazität (C). Die Flankensteilheit der Filterkurve ist bei der LC-Kombination wesentlich besser als bei der RC-Kombination. Sie ist außerdem abhängig von der Güte der Komponenten und kann durch Hintereinanderschaltung von mehreren LC-Gliedern erhöht werden. Höhere Flankensteilheiten erreicht man mit T-Filtern und Pi-Filtern. Letztere entsprechen Zusammenschaltung von zwei Tiefpassfiltern.

Ersatzschaltbild 
   eines Tiefpasses als LC- und LR-Glied

Ersatzschaltbild eines Tiefpasses als LC- und LR-Glied

Der Tiefpass ist ebenso wie der Hochpass eine Basiskomponente für das Bandpassfilter und das Bandstoppfilter.

Frequenzgang eines Tiefpassfilters

Frequenzgang eines Tiefpassfilters

Tiefpässe lassen nur tieffrequente Signalanteile passieren, das bedeutet, dass mit solchen Schaltungen nur Ladungsänderungen übertragen werden können. Von einem Puls wird somit nicht die Pulsflanke übertragen, sondern das Pulsdach, das in Form einer E-Funktion die Kapazität auflädt. Mathematisch entspricht diese Funktion einem Integral, was auch zu der Bezeichnung Integrierglied führt.

Bei A/D-Wandlern wird das zu digitalisierende Eingangssignal vor der Abtastung über ein Tiefpassfilter geleitet, damit das Abtasttheorem erfüllt ist. Diese Tiefpassfilter heißen Antialiasing-Filter (AAF).

Informationen zum Artikel
Deutsch: Tiefpass - TP
Englisch: lowpass - LP
Veröffentlicht: 13.06.2016
Wörter: 219
Tags: #Passive Schaltungen
Links: Abtasttheorem, Abtastung, A/D (AD-Wandler), Antialiasing-Filter, BP (Bandpass)