TMN (telecommunication management network)

Das Telecommunications Management Network (TMN) ist eine Verwaltungsarchitektur, die sich auf das OSI-Referenzmodell stützt. Es handelt sich dabei um ein vollkommen separates logisches Netz, das neben dem Telekommunikationsnetz existiert und für ein einheitliches Netzwerkmanagement sorgen soll.


Das TMN-Kontrollnetz wurde von der internationalen Fernmeldeunion (ITU-T) in der Empfehlungsserie M.3000 definiert und findet seinen Einsatz in der Betriebsführung von Telekommunikationsnetzwerken, in der digitalen Vermittlungstechnik, in SDH-Netzen, bei intelligenten Netzen und im Mobilfunk. Ein Telecommunications Management Network soll die Managementanforderungen in Bezug auf Planung, Installation, Betrieb, Wartung und Administration von Tk-Netzwerken und Tk-Diensten unterstützen.

TMN als eigenständiges Netzwerk

Telecommunication Management 
   Network (TMN)

Telecommunication Management Network (TMN)

Ein TMN-Netz ist konzeptionell ein eigenes Netzwerk mit diversen Q-Schnittstellen zu dem zu managenden Netzwerk, von dem es Informationen erhält, es aber auch entsprechend kontrolliert und steuert.

Die wesentlichen Funktionen eines TNM-Netzes sind die Operation System Functions (OSF) mit ihren aus dem OSI-Management spezifizierten Managementbereichen: Leistungsmanagement, Fehlermanagement, Konfigurationsmanagement, Abrechnungsmanagement und Sicherheitsmanagement. Als weitere Funktionen sind die Network Element Functions (NEF) zu nennen, die wichtige Informationen von den Network Elements (NE) an das TNM geben. Darüber hinaus die Q-Adapter Function (QAF) als standardisierte Schnittstelle für firmenspezifische Network Elements, die Mediation Function (MF), die für die Protokollanpassung sorgt und die Workstation Function (WSF), über die die Mensch-Maschine-Kommunikation realisiert wird.

Die ITU-Standards für TMN

Die ITU-T hat die Funktionsbereiche von TMN-Netzen definiert und diese im Standard M.3000 spezifiziert. In den Empfehlungen M.3010 ist das Grundkonzept eines Referenzmodells definiert und standardisiert. In der Empfehlung M.3020 wird eine durchgängige Methodik beschrieben, um Managementanforderungen, -dienste, -funktionen und Managementprotokolle in TNM-Systemen zu definieren. Die Empfehlung M.3100 beschreibt TMN-Klassen für die Managed Object (MO), und M.3180 enthält einen Katalog von Managementinformationen. Die Managementfunktionen und Managementdienste werden in den Empfehlungen M.3200/3300/3400 beschrieben.

Funktionales Modell von FCAPS in TMN-Netzen

Funktionales Modell von FCAPS in TMN-Netzen

Ein in M.3010 beschriebener Aspekt behandelt das Schichtenkonzept. Die Aufgaben des Netzwerkmanagements sind dabei in funktionale Bereiche wie Fault, Configuration, Account, Performance, and Security Management (FCAPS) gruppiert. Zusätzlich gibt es eine logische Architektur, Logical Layer Architecture (LLA), aus fünf Managementschichten bestehend aus dem Network Element Layer (NEL), Element Management Layer (EML), Network Management Layer (NML), Service Management Layer (SML) und Business Management Layer (BML).

Funktionale Bestandteile von TMN sind die Operation System Function (OSF), Mediation Function (MF), Workstation Function (WSF), Network Element Function (NEF), Management-Informationen von Common Management Information Service Element (CMISE), der Remote-Betrieb von Remote Operation Service Element (ROSE), Application Control Service Element (ACSE), Management-Anwendungselemente von System Management Application Service Element (SMASE), Consultative, Objective, and Bi-functional Risk Analysis (COBRA) und das Signalling, Engineering and Administration System (SEAS).

Informationen zum Artikel
Deutsch: Fernmelde-Kontrollnetz
Englisch: telecommunication management network - TMN
Veröffentlicht: 08.11.2013
Wörter: 431
Tags: #Netzwerkmanagement-Koncepte
Links: Abrechnungsmanagement, ACSE (application control service element), Administration, Architektur, Aspekt